Linux Bibel online ~ WindowMaker

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Österreich Lizenz.

Change language by Google translator: ...

Unter Linux gibt es anders als unter Microsoft Windows nicht nur eine sondern sehr viele grafische Oberflächen als Desktop, einer davon nennt sich nun Windowmaker. Windowmaker ist ein Desktop der extrem schlanken Art, selbst auf einem Rechner mit 64MB RAM Arbeitsspeicher läuft diese Umgebung noch extrem performant. Die andere Geschichte - Windowmaker ist nicht nur sehr schnell sondern zudem auch noch elegant. In diesem Beitrag wollen wir Windowmaker nun etwas näher kennen lernen.

Windowmaker installieren

Unter auf Debian basierenden Linux-Distributionen wie natürlich auch Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint, ... installieren Sie Windowmaker ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch die folgenden Pakete: "wmaker", "wmaker-data", "wmaker-common" und "wmaker-utils". Zusätzlich finden sich wenn man etwa über die Paket-Verwaltung Synaptic nach dem Begriff "wmaker" sucht so einige nette so genannte Dock-Apps über die wir später zu sprechen kommen. Alles in allem belegt Windowmaker mit den genannten Paketen rund 6MB auf der Festplatte!

Windowmaker nutzen

Haben Sie bereits eine andere Desktop-Umgebung auf dem System installiert melden Sie sich von dieser ab, wählen nun über die Einstellungen am Login-Bildschirm "Windowmaker" als Desktop-Umgebung und melden sich wieder an. Nach einem kurzen Start von etwa einer Sekunde ist Windowmaker schon vollständig bereit:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Der Desktop ist wie man sieht ziemlich leer - wenn Sie das Anwendungsmenü suchen - klicken Sie einmal mit der rechten Maustaste auf eine freie Fläche am Desktop:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung - Anwendungsmenü

Hier finden sich zu Beginn nur sehr wenige Anwendungen unter dem Eintrag "Applications" - dies wird sich jedoch später ändern, unter anderem finden Sie hier auch einen Eintrag namens "run" - dies ist der Schnellstarter von Windowmaker:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung - Schnellstarter

Links oben sehen Sie ein Icon mit einer Büroklammer - dieses wird später für uns sehr nützlich sein, rechts oben finden sich zwei Icons, das untere öffnet das Terminal und das obere die Einstellungen des Desktops:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung - Einstellungen

Auch diese Einstellungen werden wir uns später etwas genauer ansehen. Nun, nehmen wir einmal an Sie haben über das Anwendungsmenü, über das Terminal oder dem Schnellstarter eine Anwendung geöffnet und das Fenster vor sich - sobald Sie eine Anwendung geöffnet haben findet sich unten links für jedes Fenster ein neues Icon (in meiner Konfiguration links oben):

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

An jedem Fenster sehen Sie links oben im Fenster das Icon zum minimieren - klicken Sie darauf ist das Fenster nicht mehr zu sehen - klicken Sie auf das jeweilige Icon links unten am Desktop öffnet sich das Fenster wieder. Mit diesen Icons hat es noch etwas anderes praktisches auf sich - ziehen Sie das Icon eines geöffneten Fensters unter die beiden Standard-Icons rechts oben am Desktop fungieren diese als Starter:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung - Icons als Starter

Die Größe eines Fensters zu ändern ist zu Beginn etwas ungewohnt hat aber seine Vorteile denn vieles funktioniert auf die Art von Windowmaker schneller - klicken Sie einfach mit der rechten Maustaste in die Titel-Leiste des jeweiligen Fensters und wählen "Größe / Position ändern":

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die Desktop-Umgebung - Fenster-Größe ändern

Das Fenster wird nun leicht anders eingerahmt, drücken Sie nun die Strg-Taste und die gewünschte Pfeil-Taste - die Umrandung ändert sich nun entsprechend - bestätigen Sie mit der Eingabe-Taste - nun ändert das Fenster entsprechend seine Größe. In diesem Menü finden Sie weitere zusätzliche schnelle Funktionen zum schnellen ändern der Größe, aber auch sonstige weitere nette Funktionen.

Nun wollen wir uns ein wenig um das Aussehen dieses extrem schnellen und Akku sparenden Desktops kümmern, zu Beginn finden Sie einige vor definierte Themes im Anwendungsmenü unter dem Eintrag "Appearance" - die gewählten Änderungen sind sofort aktiv. Um den Desktop-Hintergrund zu ändern öffnen Sie Ihren Dateimanager - hier findet sich in Ihrem Home-Verzeichnis nach dem ersten Start von Windowmaker ein neues Verzeichnis namens "GNUstep" - dieses Verzeichnis ist für die Einstellungen von Windowmaker verantwortlich. Entsprechende Hintergrund-Bilder speichern Sie nun unter "GNUstep/Library/WindowMaker/Backgrounds", das gewünschte Bild übernehmen Sie nun als Hintergrund über das Anwendungsmenü "Appearance / Background / Images / datei-name" - die Änderung ist sofort aktiv. Es gibt natürlich auch komplette Themes mit denen sich nicht nur das Hintergrund-Bild ändern lässt sondern die komplette Oberfläche inklusive Titelleiste, Menüs und dergleichen. Solche finden sich etwa unter Windowmaker Themes, die größte Sammlung unter Box-Look. Ein entsprechendes Theme laden Sie einfach herunter und entpacken das komprimierte Archiv, das entpackte Verzeichnis speichern Sie nun ganz einfach unter "GNUstep/Library/WindowMaker/Themes" und schon ist das jeweilige Theme im Anwendungsmenü verfügbar. Manche Themes sind für kleine Bildschirme wie etwa von kleineren Notebooks zu groß geraten - in einem solchen Fall öffnet man ganz einfach die im Theme-Verzeichnis liegende Datei "style" und ändert dort die Größe der Schriften im Stil von:

*-helvetica-bold-r-normal-*-24-*-*-*-*-*-*-*"

Die Schrift-Größe wird einfach in Pixel angegeben, um die Änderung anzuwenden (wenn diese nicht automatisch vorgenommen wird) wählt man einfach das jeweilige Theme noch einmal im Menü.

Dock-Apps

Windowmaker bietet wie man sieht keine Informationen - so etwa die Zeit, Akku-Anzeige und ähnliches - dafür gibt es jede Menge so genannter Dock-Apps. Diese lassen sich ganz einfach über die Paket-Verwaltung installieren, hier die bekanntesten: wmacpi - zeigt die Ladung des Notebook-Akkus an, wmbattery - zeigt ebenfalls die Akku-Ladung an, wmauda - eine Kontrolle für den Audio-Player Audacious, wmbiff - zeigt an ob neue Emails angekommen sind, wmbutton - bietet neun konfigurierbare Icons, wmcalc - ein Taschenrechner, wmcalclock - eine Uhr mit Datum, wmcdplay - ein CD-Player, wmcpuload - zeigt die Auslastung der CPU, wmforkplop - Anzeige von Prozessen, wmfsm - zeigt die Auslastung des Dateisystems, wmifs - zeigt die Auslastung des Netzwerkes an, wmload - zeigt die System-Last an, wmmemload - zeigt die Auslastung des Speichers an, wmmixer - ein Lautstärke-Regler, wmmoonclock - zeigt die aktuelle Mond-Phase, wmnd - zeigt die Auslastung des Netzwerkes, wmnet - Netzwerk-Überwachung, wmshutdown - den Rechner per Icon herunter fahren, wmsysmon - zeigt die Netzwerk-Auslastung, es gibt noch so einige weitere - suchen Sie am besten in der Paket-Verwaltung Synaptic nach dem Begriff "wmaker".

Solche Dock-Apps startet man entweder über den Schnellstarter (Run) über das Anwendungsmenü oder auch über das Terminal, über ein Script oder automatisch über Windowmaker - dazu später mehr. Bei manchen dieser Dock-Apps muss man auch ein paar Optionen beim Start angeben - so etwa bei einem Wetter-Dock-App, hier muss man natürlich den Standort angeben, oder bei einer Netzwerk-Überwachung welches Netzwerk-Gerät man eigentlich überwachen will, hier hilft dann natürlich die Manpage des jeweiligen Dock-Apps.

Einstellungen

Wie schon beschrieben finden sich zu Beginn drei Icons am Desktop und das rechts oben öffnet sie Einstellungen, als erstes sollten Sie am ersten Reiter die "Ballon-Hilfe" aktivieren - fahren Sie so über eine Einstellung wird eine entsprechende Hilfe angezeigt. Alle Einstellungen hier durch zu gehen wäre etwas übertrieben, die meisten sind selbst erklärend. Am oberen Rand des Fensters sehen Sie die quadratischen Icons die die jeweiligen Einstellungen öffnen, ein Klick darauf öffnet diese. Das vierte Fenster:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - die schlanke Desktop-Umgebung unter Linux - Einstellungen

Hier lässt sich etwa konfigurieren an welcher Stelle Icons von geöffneten Anwendungen und Dock-Apps erscheinen sollen. Im Reiter "Workspace" lassen sich die virtuellen Arbeitsflächen aktivieren indem Sie alle drei Checkboxen aktivieren und auf "Speichern" klicken:

Windowmaker - die schlanke Desktop-Umgebung unter Linux

Windowmaker - die schlanke Desktop-Umgebung unter Linux - virtuelle Arbeitsflächen

Hier kommt nun auch unser Icon links oben mit der Büroklammer zum Einsatz, ein Klick auf die Pfeile wechselt diese, Fenster ziehen Sie einfach zum Rand und schon befindet sich dieses auf der nächsten Arbeitsfläche - um die Arbeitsfläche per Tastenkombination zu wechseln finden Sie die passenden Kombinationen im Reiter "Tastenkürzel" - hier lassen sich diese auch verändern.

Kontrollleiste / Panel

Vermissen Sie unter Windowmaker ein Panel oder ähnliches installieren Sie ganz einfach über die Paket-Verwaltung das Paket "tint2", gestartet wird dieses nette kleine Tool ganz einfach über den Schnellstarter (Run) oder über das Terminal durch den Befehl:

tint2

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Gleich über das erste Icon lässt sich diese Leiste bestens konfigurieren. Eine passende Zwischenablage wäre durch das Paket "clipit" installierbar die sich bestens in diese Leiste integriert.

Ein passender Systemmonitor wäre etwa Conky:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - der schlanke Linux-Desktop - Conky

Anwendungsmenü anpassen

Das Anwendungsmenü ist standardmäßig nur spärlich gefüllt, dies lässt sich jedoch sehr schnell und einfach ändern. Dazu öffnen Sie ganz einfach die Einstellungen der Desktop-Umgebung mit dem obersten Icon rechts:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - der schlanke Linux-Desktop - Menü anpassen

Wählen Sie den Reiter "Menü". Nun stellt die Anwendung die Nachfrage ob Sie das bisherige Menü nutzen wollen oder ein komplett neues erstellen möchten, wählen Sie ein neues, nun öffnet sich ein Anwendungsmenü das sich editieren lässt. Im Fenster links sehen Sie nun mehrere Einträge und rechts das Menü das man ändern kann. Als erstes möchte ich mir beispielsweise ein Untermenü anlegen in dem ich mir dann meine Anwendungen zum Start anlegen werde. Dazu klicke ich im Fenster auf den Eintrag "Untermenü" und ziehe diesen aus dem Fenster heraus direkt in das Menü an die gewünschte Stelle, per Doppelklick auf den Eintrag im Menü lässt sich der Name nun bearbeiten, mit der Eingabe-Taste wird bestätigt. Klickt man nun auf das neu angelegte Untermenü öffnet sich dieses:

Windowmaker - die Desktop-Umgebung

Windowmaker - der schlanke Linux-Desktop - Menü bearbeiten

Auf das ausgeklappte Menü lassen sich nun weitere Untermenüs ziehen oder einfach Starter für beliebige Anwendungen. Als Beispiel für Kmail, ich ziehe nun einfach den Eintrag "Programm ausführen" auf das ausgeklappte Menü und klicke dann den Eintrag im Menü an - nun lässt sich dieser im Fenster anpassen - kleiner Tipp, die meisten Anwendungen installieren sich ganz einfach unter "/usr/bin". Klickt man den Eintrag im Menü nun wieder doppelt an lässt sich der Eintrag umbenennen. Ein Klick auf "Speichern" und die Einstellungen werden übernommen.

Dock-Apps & Co automatisch starten

Damit gewünschte Dock-Apps wie oben schon beschrieben automatisch starten, die können auch andere beliebige Anwendungen wie etwa Firefox oder was auch immer sein gilt es die Datei "GNUstep/Library/WindowMaker/autostart" zu bearbeiten, man öffnet sie ganz einfach per Doppelklick darauf. Standardmäßig beinhaltet die Datei folgende oder zumindest ähnliche Einträge:

#!/bin/sh xset m 20/10 4

Es handelt sich also um ein einfaches Script. Nun will ich beispielsweise folgende Anwendungen automatisch starten lassen: wmacpi, wmcalclock und tint2 - ich füge diese ganz einfach der Reihe nach ein - und wichtig - setze nach jedem Befehl ein "&" - ansonsten reagiert Windowmaker nicht mehr:

#!/bin/sh xset m 20/10 4 wmacpi & wmcalclock & tint2 &

Nach einer Abmeldung über das Anwendungsmenü "Session / Exit" und wieder Anmeldung läuft alles wie gewünscht.

Suche Nach oben Startseite Mail an den Autor Links rund um Linux









SiteLock