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In diesem Beitrag werden wir unseren MAC OS-Nutzern eine kleine Freude machen, die meisten MAC-Nutzer kennen sicherlich das Backup-System namens Time Machine, eine Software die nach den Einstellungen des Nutzers Backups ganz bequem im Hintergrund erledigt ohne diesen zu nerven. Was dazu jedoch nötig ist ist eine Hardware namens Time Capsule - nur in Verbindung mit dieser Hardware laufen die Backups und ein mögliches zurück spielen auch so einfach und sicher ab wie es sein soll - der günstigste Preis den ich aktuell in Österreich finden kann sind 273€ mit 2 Terrabyte Speicher (minimale Konfiguration). Ein stolzer Preis für für eine Netzwerk-fähige Festplatte mit Grundfunktionen einer WLAN-Station.

Nehmen Sie nun beispielsweise einen Raspberry Pi um 35 bis 40€ und eine externe Festplatte mit 2TB Speicher bekommen Sie eine solche etwa bei Amazon um rund 90€, wir liegen also bei 130€ im Gegenzug zu 230€ für das originale Apple-Teil - und ja - der Pi kann dasselbe wie die Apple-Hardware - und sie kann sogar noch mehr.

Time Capsule mit dem Pi realisieren

In diesem Beispiel nehme ich an Sie haben wie unter Raspberry Pi einen Pi Modell 3 und Raspbian darauf installiert, was Sie noch dazu benötigen ist natürlich eine passend große externe Festplatte mit eigenem !Strom-Anschluss! für die Sicherung der Daten da der Pi den Strom dazu nicht liefern kann.

Schließen Sie die Festplatte an Ihren MAC-Rechner an und formatieren die Festplatte mit dem Apple-Dateisystem, anschließend hängen Sie diese aus. Auf dem Pi installieren Sie nun folgende Pakete ganz einfach über die Paket-Verwaltung: "hfsprogrs hfsplus" ganz einfach über den Befehl:

sudo apt update sudo apt install hfsprogs hfsplus gdebi-core

Nun schließen Sie die externe Festplatte an den Pi - natürlich müssen Sie auch den eigenen Strom-Anschluss für die Platte anschließen, nun lassen Sie sich mittels:

sudo fdisk -l

alle genutzten Festplatten anzeigen - die mit dem Dateisystem HFSPlus und der gewählten Größe ist die gewünschte die ich als kleines Beispiel "/dev/sda2" nenne. Für diese Platte legen Sie nun einen Eintrag in die Datei "/etc/fstab" an damit diese automatisch richtig eingebunden wird und so genutzt werden kann wie wir diese brauchen - zuvor legen wir ein Mount-Verzeichnis unter "/media" an das ich beispielsweise ganz einfach "timecapsule" nenne:

sudo mkdir -p /media/timecapsule

Nun legen wir genau dafür unseren Eintrag zu mounten an, wir öffnen Nano mit der "/etc/fstab":

sudo nano /etc/fstab

In dieser Datei scrollen wir runter bis zu den ersten Einträgen im Stile von:

UUID=0e0a9bef-1662-4961-82bc-37f9c72dd5f6 / ext4 defaults,relatime 0 1

Hier legen wir nun eine neue Zeile für unser angelegtes Verzeichnis in Verbindung mit unserer Festplatte an - nach oben genannten Beispielen:

/dev/sda2 /media/timecapsule hfsplus force,rw,user,auto 0 0

an und speichern die Datei mit der Tastenkombination Strg + o und schließen den Editor mit Strg + x, nun mounten wir die Platte durch den Befehl:

sudo mount -a

oder starten den Pi ganz einfach neu durch:

sudo reboot

Die Festplatte können wir nun nutzen, was wir nun noch benötigen ist Software damit der oder die MAC's mit dem Linux auf dem Pi kommunizieren können, dazu installieren wir folgendes Paket "avahi-daemon":

sudo apt install avahi-daemon

Wir benötigen jedoch noch das Paket "netatalk" das es für Debian Jessie (8) noch nicht offiziell gibt - darum hier eine kompilierte Version als Deb-Paket für den Pi Netatalk-ARM-DEB-Paket für Raspbian Jessie (8). Laden Sie die Datei auf den Pi - etwa über den obigen Link oder gleich über das Terminal und installieren es zugleich:

wget https://linux-bibel-online.org/Downloads/netatalk_3.1.0-1+rpi_armhf.deb sudo gdebi netatalk_3.1.0-1+rpi_armhf.deb sudo apt-get install -f

Starten Sie den Rechner bestenfalls neu:

sudo reboot

Sobald der Pi wieder läuft öffnen Sie auf Ihrem MAC den Finder, hier klicken Sie unter den "Freigaben" den "Raspberry Pi" oder wie Sie Ihren Pi genannt haben, Sie können sich als "Gast" wie auch als "Registrierter Benutzer" anmelden - dies gibt ein Plus an Sicherheit - solche Nutzer müssen Sie aber am Pi erst unter Netatalk erstellen. Nun öffnen Sie auf dem MAC Ihre Time Machine, das Icon sollte sich im Panel rechts oben finden (das Symbol mit dem Pfeil um eine Uhr) und aktivieren die Software wenn noch nicht geschehen - läuft. Die Software nimmt nun Ihre Arbeit automatisch im Hintergrund auf.

Um mehrere Nutzer / MAC's an dieser inoffiziellen Time Capsule teilnehmen zu lassen richten Sie sich am Pi mehrere Nutzer ein und geben diesen ein Passwort die sich dann mit diesen per Time Machine als registrierter Nutzer anmelden müssen. Dazu öffnen Sie am Pi auf dem Terminal die Datei "/etc/afp.conf":

sudo nano /etc/afp.conf

Suchen Sie nun die Zeile:

uam list = uams_guest.so

und kommentieren diese Zeile durch einen ";" aus sodass diese Zeile nun so aussieht:

;uam list = uams_guest.so

Starten Sie den Service nun neu:

sudo service netatalk restart

Nun richten Sie die Nutzer der jeweiligen MAC's ein, für jeden Nutzer ein:

sudo useradd -m -U nutzername sudo passwd nutzername

Schon funktioniert die Authentifizierung über die Time Machine.

Weiteres

Die Vorteile eines Raspberry Pi als Ersatz für die Time Capsule überwiegen natürlich im Bereich Preis und Konfiguration sind sozusagen unübertroffen, rund 100€ weniger und Sie können Festplatten in der Größe nach Ihrem Wunsch einbauen - einen WLAN-Router damit ebenfalls zu erstellen ist natürlich auch möglich wie es die Apple-Hardware kann - ein eigener Router ist zwecks der Geschwindigkeit jedoch trotzdem ratsam.

Netatalk kann noch viel mehr wozu eigentlich ein reiner MAC-Server notwendig wäre - mehr dazu unter Netatalk.

Der Raspberry Pi kann natürlich noch viel mehr, dazu finden Sie hier einige interessante Tipps von mir.

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