Linux Bibel online ~ Testdisk und Photorec

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Wie schnell kann es gehen das man Dateien, ganze Verzeichnisse oder gar ganze Partitionen löscht? Manchmal genügt ein einfacher Klick oder der falsche Befehl als Administrator des Systems am Terminal. Unter Linux ist es zwar üblich das man beim löschen von Dateien diese ganz einfach erst in den Papierkorb verschiebt und diese dann löscht, es gibt hier jedoch je nach Software auch die Möglichkeit diese ohne diesem Umweg direkt zu löschen - auch am Terminal gibt es diesen rettenden Umweg unter normalen Umständen nicht.

Was wenn man wirklich den großen Fehler gemacht hat? Das wichtigste ist erst einmal Ruhe zu bewahren, Dateien, Verzeichnisse sowie auch Partitionen werden auch beim direkten Löschen nicht einfach so von der Festplatte, dem USB-Stick oder einer Speicherkarte geputzt - die Dateien sind noch da - nur die Zuordnungen aus dem Dateisystem wurden entfernt, also der Platz den diese Dateien belegt haben zur weiteren Nutzung frei gegeben. Das wichtigste ist es wie schon beschrieben die Ruhe zu bewahren aber doch schnell zu handeln.

Egal ob Sie nun als einfacher Nutzer oder als Administrator arbeiten - unter Linux beenden Sie sofort alle Tätigkeiten und nutzen die Tastenkombination Alt + Druck + u, damit wird dem Nutzer sowie dem System sofort die Berechtigung entzogen auf der jeweiligen Partition zu schreiben - dies verhindert also das der durch die gelöschten Dateien frei gegebene Platz durch andere Dateien überschrieben werden kann. Je nachdem wie versiert Sie nun sind sollten Sie nun am besten den Rechner ausschalten und ein Live-System starten, bei externen Datenträgern kann man auch ganz normal im laufenden System weiter arbeiten. Als Live-System eignet sich jede Linux-Distribution über die sich Software im Live-System nach installieren lässt, also etwa Ubuntu, Linux Mint, Debian - unter Knoppix ist die passende Software zur Rettung von Daten bereits installiert. Unter Microsoft Windows sollten Sie den Rechner am besten sofort ausschalten - installieren Sie keinesfalls hinterher Software zur Rettung von Daten - die Dateien die solche Software beim ersten Start anlegt würden die gelöschten Daten wahrscheinlich sofort überschreiben sofern es sich nicht um einen externen Datenträger handelt - auch hier hilft dann ein Linux-Live-System.

Zur Rettung von Daten eignet sich nun am besten die Software Testdisk die zwei Anwendungen beinhaltet - einerseits Testdisk und andererseits PhotoRec, das erste Werkzeug dient dazu gelöschte Partitionen wieder her zu stellen und das zweite rettet Dateien aller Art auch wenn der Name eigentlich nur auf Bilder schließen lässt. Die Software kann nicht nur von Linux-Dateisystemen Daten retten sondern auch von allen anderen wie zum Beispiel solche die Windows nutzt.

Testdisk & PhotoRec installieren

Egal ob Sie nun in einem Live-System arbeiten - installieren Sie unter auf Debian basierenden Systemen über die Paket-Verwaltung das Paket "testdisk".

PhotoRec nutzen

PhotoRec dient wie schon beschrieben zur Rettung von gelöschten Dateien aller Art, zu diesen zählen .7z .a .ace .arj .bkf .bz2 .cab .dar .deb .dump .gz .lzh .lzo .par2 .rar .rpm .stu .tar .tar.gz .vbm .wim .xar .xz .zip .3ds .3dm .3g2 .3gp .abr .abc .ado .aep .alf .albm .all .als .ani .ape .ari .arw .asf .wma .wmv .asi .au .avi .axp .binvox .bdm .bld .bmp .bgp .c4d .caf .cam .camrec .CATDrawing .cda .cdd .cdl .cdr .cdt .che .comicdoc .cpi .cpr .cr2 .crw .csh .ctg .cue .dad .db .dcm .dcr .djv .dng .dp .dpx .ds2 .dsc .dss .ds_store .dta .dv .dvi .dvr .dwg .emf .epub .ers .exs .fcp .fh10 .fh5 .flac .fla .flp .flv .gi .gif .gp4 .gp5 .gpx .gsm .icc .icns .ico .idf .idx .iff .ind .ifo .indd .info .ipt .iso .it .ora .jng .jpg .kra .logic .m2t .m2ts .m3u .max .mp .mfa .mhbd .mid .mkv .mlv .mng .mov .mp .mp3 .mp4 .mpg .mpl .mpo .mrw .mus .mws .nef .oci .ogg .ogm .ogv .orf .pbm .pct .pcx .psb .pef .pgm .png .pnm .ppm .prproj .psd .psf .psp .ptb .pts .pvp .pcq .qkt .qxd .qxp .r3d .raf .ram .ra .raw .rdc .rm .rns .ms .rpp .rw2 .rx2 .ses .shn .sib .sit .skd .smil .spss .sr2 .svg .swc .swf .tg .tif .TIVo .tod .tpi .ts .vdj .wav .wdp .webm .wee .wmf .wnk .wpb .wpi .wtv .wv .x3f .xcf .xm .xmp .xrns .xv .zcode .accdb .ai .apr .csv .cwk .doc .docx .fb2 .fods .fb7 .fp12 .kmy .lyx .mdb .njx .odg .odp .ods .odt .one .pages .pap .ppt .pptx .pub .qbb .qbw .qpw .rtf .sda .sdc .sdd .sdw .slk .sav .snt .sxc .sxd .sxi .sxw .tex .txt .vsd .vsdx .wpd .wps .xlr .xls .xlsx .wdb .wk4 .wks .1cd .abcdp .ab .adr .agn .ahn .amb .amr .amd .amr .amt .apa .apple .asm .asp .atd .att .axx .bac .bac .bat .bim .brd .c .chm .class .cls .cm .compress .cow .cp_ .d2s .dat .dbf .dbn .dbx .dc .ddf .dex .dgn .dif .dim .diskimage .dll .dmp .drw .dsa .dst .dxf .e01 .ecr .eCryptfs .edb .elf .emka .emlx .eps .evt .exe .fbf .fbk .fcs .fdb .f .fh1 .fits .fob .fos .fp5 .freeway .frm .fst .fs .fwd .gam .gcs .gct .gho .gm6 .gm81 .gmd .gmk .gp2 .gpg .gsb .h .hdf .hdr .hds .hm .hr9 .html.gz .html .http .idb .ics .imb .img .imm .inf .ini .jad .jar .jks .jnb .ip2 .json .jsonlz4 .jsp .kdb .kdbx .key .kmz .ldf .lit .ink .iso .luks .lwo .lxo .ly .mat .mcd .mdf .mdl .mem .mfg .mig .mk5 .mmap .mny .mobi .msf .msg .mxf .MYI .myo .nd2 .nds .nes .nk2 .notebook .nsf .p65 .paf .pcap .pcb .pdf .pds .pf .pfx .pgp .php .pli .plist .pi .plt .pm .ppk .prc .prd .prt .psmodel .ps .pst .ptf .ptx .pub .pyc .py .pzf .pzh .qbb .qbmb .qbw .qdf-backup .qdf .rb .RData .reg .res .rfb .rlv .rsa .rvt .save .schematic .sgcta .sh3d .sh .skp .sla .sldprt .sld .sp3 .sparseimage .spe .spf .sqlite .sql .sqm .steuer2014 .steuer2015 .stl .stp .studio .tax .tcw .tib .ticket.bin .torrent .tph .ttd .ttf .tz .url .v2l .vault .vb .vcf .vdi .veg .vfb .vib .wallet .vmdk .vmg .wab .wim .win .wld .woff .x4a .x4p .x4g .x4s .xfi .xml.gz .xml .xoj .xpi .xpt .xsv .z2d .zpr.

Um PhotoRec nun zu nutzen erstellt man sich erst einmal ein Verzeichnis in dem die geretteten Daten landen sollen - hier ist es natürlich wieder ratsam das dieses nicht auf der Partition liegt von der Daten gerettet werden sollen, so würden bereits gerettete Daten wieder noch nicht wiederhergestellte überschreiben, man öffnet nun einmal die Partition von der Daten gerettet werden sollen und einmal die auf die gerettete Daten landen sollen - so braucht man diese nicht auf dem Terminal einhängen. Nun kann man PhotoRec nutzen - die Software läuft nur auf dem Terminal und kann nur vom Administrator genutzt werden, die Anwendung wird durch den Befehl:

photorec

gestartet:

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen - Beginn

Als erstes gilt es die Festplatte auszuwählen von der die Daten gerettet werden sollen - man nutzt dazu die Pfeil-Tasten (rauf / runter) und bestätigt mit der Eingabe-Taste, anschließend wählt man die Partition von der Daten gerettet werden sollen:

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen - Partition wählen

Man bestätigt hier jedoch noch nicht sondern nutzt die Pfeil-Tasten (links / rechts) um sich ganz unten im Fenster das Menü "File Opt" zu öffnen, nun bestätigt man wieder:

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen - Auswählen der Dateien

Hier gilt es die Arten der Dateien auszuwählen die gerettet werden sollen - also die Datei-Formate, alle Formate die mit einem "X" gekennzeichnet werden werden dann auch gerettet. Man nutzt dazu wieder die Pfeil-Tasten um ein Format zu markieren - mit der Leertaste setzt man die Markierung oder entfernt diese, durch die Taste s kann man alle auf einmal abwählen um so nicht alle zu deaktivieren zu müssen die man nicht benötigt - mit der Taste b speichert man die Eingabe. Mit der Eingabe-Taste wird bestätigt, durch nochmaliges Drücken landet man wieder im voran gegangenen Menü wo man nun den Eintrag "Search" wählt:

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen - Dateisystem wählen

Hier gibt man nun das Dateisystem am auf dem die zu rettenden Daten liegen - unter Linux liegt man mit dem oberen Eintrag wenn man EXT3 oder 4 nutzt richtig - bei Windows, MAC, BTRFS, ReiserFS und so weiter am unteren. Wieder bestätigt man mit der Eingabe-Taste:

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen - Verzeichnis für gerettete Daten

Nun gilt es das Verzeichnis fest zu legen in dem die geretteten Dateien gespeichert werden sollen, dieses markiert man und drückt die Taste c - schon startet die Software mit der Rettung der Daten:

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen

PhotoRec - Gelöschte Dateien unter Linux und Windows wieder herstellen - die Software arbeitet

Sie können die Rettung der Daten durch betätigen der Eingabe-Taste unterbrechen und durch n wieder fortsetzen, die Rettung der Daten kann natürlich etwas dauern, warten Sie einfach ab - die Software beendet dann automatisch.

PhotoRec stellt selbst auf formatierten Festplatten Dateien wieder her, auch dann wenn man etwa schon ein neues Betriebssystem installiert hat sind Dateien wieder herstellbar wenn diese noch nicht zu 100 Prozent überschrieben wurden - denn auch hier hat sich nur das Dateisystem geändert.

Testdisk - Partitionen wieder herstellen

Wird die Partitionstabelle beschädigt oder diese gar gelöscht hat hat man keinen Zugang mehr zu diesen, also auch kein laufendes Betriebssystem und keine gespeicherten Daten - die Partitionstabelle wird am Beginn jeder Festplatte gespeichert und ist eigentlich nur durch spezielle Software zum partitionieren zugänglich. Um mit Testdisk Partitionen zu retten gehen Sie zuerst einmal sicher das Sie das bisher laufende System nicht mehr benötigen denn Testdisk kann die Daten der Festplatte meist retten - es muss aber nicht unbedingt funktionieren, dies bedeutet - wenden Sie Testdisk nur dann an wenn es auch unbedingt sein muss.

Sie starten Testdisk natürlich nur als Administrator auf dem Terminal durch den Befehl:

testdisk

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Bestätigen Sie das anlegen einer Log-Datei durch drücken der Eingabe-Taste somit landen wir bei der Abfrage der zu nutzenden Festplatte - also der Festplatte auf der Partitionen wieder hergestellt werden sollen:

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen - Festplatte auswählen

Je nachdem um welches Dateisystem es sich gehandelt hat geben wird dieses nun an, mit "Intel / PC" würden Sie wenn Sie Linux oder Windows nutzen richtig, so auch etwa wenn es sich um einen normalen USB-Stick gehandelt hat den Sie unter diesen Systemen gehandelt hat. Auch bei SD-Karten für Kameras und dergleichen passt diese Einstellung - "None" sollten Sie nur dann wählen wenn Sie es tatsächlich nicht wissen:

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen - Wahl des Dateisystems

Nun wählen Sie den Eintrag "Analyse" damit das System nach letztlich genutzten Partitionen sucht:

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen - Festplatte analysieren

Bestätigen Sie nun mit der Eingabe-Taste den Eintrag "Quick Search" sowie "Continue":

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Die Software zeigt nun möglicherweise nicht mehr vorhandene Partitionen oder bietet an die Partitionstabelle zu reparieren, alternativ können Sie auch weitere Partitionen hinzu fügen etc. Drücken Sie einfach die unten dazu angegebene Taste und bestätigen wieder mit der Eingabe-Taste, durch "Continue" und "Write":

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

Testdisk - defekte Partitionstabelle wieder herstellen

wird die Partitionstabelle geschrieben, mit "Quit" beenden Sie die Software.

Mehr Tipps rund um das Terminal finden Sie im Linux Bibel Terminal-Wiki

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