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Was haben Festplatten so an sich - irgendwann werden alle kaputt, dies ist nicht nur bei normalen Festplatten mit mechanischen Teilen so sondern natürlich auch bei den modernen und schnellen SSD's, das Problem dabei - auch wenn man es bei älteren Platten manchmal hört wenn sie sich zu verabschieden beginnen - meist melden diese sich nicht und versagen gerade dann wenn man kein Backup hat.

Nun - wie schon beschrieben warnen die meisten Festplatten nicht davor bevor sie sich ins Nirvana begeben möchten - mit der richtigen Software ist dies aber doch in gewissen Grenzen möglich voraus zu sagen ob die Platte noch länger leben wird oder auch nicht. Egal ob alte mechanische Festplatten oder moderne SSD's - alle Geräte die nicht wirklich älter als 10 Jahre sind beinhalten die so genannte SMART-Technologie, einfach gesagt in die Firmware integrierte Software die den aktuellen Zustand der Festplatte wieder gibt. Festplatten melden sich jedoch nicht von selbst wenn sie merken das ihr Leben dem Ende zu geht - dazu wird spezielle Software benötigt und über solche unter Linux werden wir in diesem Artikel nun mehr erfahren.

Vorsicht - wie schon beschrieben zeigt selbst diese Technologie nur den aktuellen Zustand an den auch die SMART-Technologie ausgibt, man kann nur schätzen ob die jeweilige Festplatte noch länger halten wird. Ein Backup ist also noch immer die sicherste Versicherung für die eigenen Daten.

GNOME Disk Utility

GNOME Disk Utility ist eigentlich eine Software für den GNOME-Desktop um seine Festplatten und andere Datenträger zu verwalten, zu formatieren - hat aber ebenso das kleine Feature eingebaut den aktuellen Zustand der jeweils gewählten Festplatte anzeigen zu können. Diese Software ist nun die einfachste Variante sich den Status der Festplatten anzuzeigen. Die Software kann natürlich unter jeder Desktop-Umgebung genutzt werden.

GNOME Disk Utility installieren

Unter auf Debian basierenden Systemen wie Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter installieren Sie diese Software ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket "gnome-disk-utility".

GNOME Disk Utility nutzen

Nach der Installation finden Sie die Software im Anwendungsmenü im Bereich "System" oder "Dienstprogramme" (KDE), alternativ starten Sie die Anwendung wie üblich über den Schnellstarter (Alt + F2) oder über das Terminal durch den Befehl:

gnome-disks

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen - GNOME Disk Utility

Wie schon beschrieben ist die Software eigentlich zum Partitionieren & Formatieren gedacht (die nötigen Schalter finden Sie unter dem jeweiligen Datenträger), in diesem Beitrag geht es aber um den Zustand der Festplatten - um nun den Zustand einer Festplatte zu prüfen sehen Sie links in der Liste alle eingebauten und angeschlossenen Datenträger, klicken Sie den gewünschten an - dieser wird nun im großen Teil des Fensters angezeigt (wie oben im Bild). Über der grafischen Darstellung des Datenträgers sehen Sie einige Informationen - dazu gehört auch die "Einschätzung" die sagen wir einmal die minimale Information "Gut" oder "Schlecht" anzeigt, die wirklich wichtigen Werte sehen Sie indem Sie rechts oben im Fenster das Menü für die Einstellungen öffnen und den Eintrag "Smartwerte und Selbsttests" wählen:

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen - Smart-Werte öffnen

Nun öffnet sich das Fenster mit den für uns wichtigen Werten:

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen - SMART-Werte

Die Software startet den Selbsttest der Festplatte automatisch, dieser ist jedoch einfach und sehr schnell sodass er wichtigste Werte gleich beim Öffnen des Fensters anzeigen kann, einen umfangreichen Test starten Sie mit dem Schalter links unten "Selbsttest starten" indem Sie "Erweitert" oder "Transport" wählen, hier ist jedoch das Passwort des Nutzers "root" nötig. Dieser Test dauert einige Minuten liefert dafür aber auch sichere Werte - oben unter den kurzen Informationen beim Eintrag "Ergebnis des Selbsttests" sehen Sie den aktuellen Fortschritt.

Sie sehen nun in der Auswertung das "Attribut" das den Namen des Tests ausgibt, den "Wert" der den numerischen Wert selbst ausgibt, danach Beispiele für gute und schlechte Werte sowie eine kurze Beschreibung des Tests und eben die Einschätzung wie es mit dem jeweiligen Test aussieht.

Smartmontools

GNOME Disk Utility ist nun sehr einfach zu nutzen bringt aber etwa auf Systemen ohne grafischer Oberfläche wie etwa auf einem Server recht wenig, auch muss man die Software erst einmal starten um zu den Werten zu kommen. Viel besser wäre es doch wenn man einer Software sagt wann und in welchem Intervall sie Tests aller Platten ausführen soll und etwa den Administrator das Ergebnis automatisch mitteilen soll. Eine solche Software sind die Smartmontools, sie prüfen ausgewählte Festplatten in von Ihnen vordefinierten Intervallen und senden Ihnen eine Email mit dem Ergebnis, auch lassen sich Tests natürlich manuell durchführen.

Smartmontools installieren

Unter auf Debian basierenden Systemen installieren Sie die Software wie üblich ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket "smartmontools".

Smartmontools manuell nutzen

Als erstes lässt sich feststellen welche Tests die aktuelle Festplatte eigentlich unterstützt, dies läuft natürlich wie mit allen Befehlen dieser Software nur über den Administrator des Systems durch den Befehl:

smartctl -a /dev/sda

wobei man "/sda" durch die passende Festplatte ersetzt (lässt sich wiederum durch den Befehl:

fdisk -l

ermitteln), kleines Beispiel:

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen - Mögliche Tests

Manuelle Tests mit den Smartmontools

Um einen Test manuell dann zu starten wann man dies möchte nutzt man am Terminal den Befehl:

smartctl

mit entsprechenden Optionen und der gewünschten Festplatte die sich wie üblich durch den Befehl:

fdisk -l

ermitteln lässt. Hier einmal gleich ein Schnelltest (ähnlich wie oben beim GNOME Disk Utility) mit der Festplatte "/dev/sda":

smartctl -H /dev/sda

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen - Schnelltest mit Smartctl

Die Ausgabe "PASSED" würde natürlich auf ein gutes Ergebnis hindeuten, "FAILED" eher weniger. Einen wirklich aussagekräftigen Test der je nach Größe der Platte, den darauf liegenden Daten und gefundenen Fehlern dauern kann startet man durch:

smartctl -t long /dev/sda

Die Software berechnet nun die Zeit die dazu benötigt werden wird und zeigt diese an:

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen - Test-Zeit

Wie man sieht kann die Zeit schon wirklich etwas lange sein - dafür erhält man aber wirklich exakte Daten, nach Ablauf dieser Zeit kann man sich das Ergebnis des Tests durch:

smartctl -a /dev/sda

anzeigen lassen. Abbrechen kann man den laufenden Test durch:

smartctl -X /dev/sda

Nun wollen wir uns die Optionen von "smartctl" ansehen:

Option Beschreibung
-h zeigt die Hilfe an
-a zusammenfassende Ausgabe aller Tests mit allen Festplatten
-A Werte aller möglichen Tests ausgeben
-H Einfache Ausgabe (PASSED/FAILED)
-c Ausgabe welche Tests mit der Festplatte möglich sind
-t long extrem langer Test mit sehr ausführlicher Ausgabe
-t short kurzer Test (etwa eine Minute), ein ausführlicher Schnelltest
-X /dev/sda aktuellen Test abbrechen

Weitere mögliche Optionen zeigt natürlich die Manpage der Software durch den Befehl:

man smartctl

Will man sich nicht jedes Detail des Tests ansehen sondern eben nur die Ergebnisse des Tests:

smartctl -A /dev/sda

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

SMART - Den aktuellen Zustand der Festplatten unter Linux ansehen

Die Bezeichnungen sind zwar in englisch aber einfach zu verstehen:

Name Beschreibung
VALUE aktueller Wert
WORST schlechtester Wert
TRESH Grenzwert für einen positiven Test
TYPE Typ des Tests, möglicher Schaden

Smartmontools automatisch

Es ist natürlich nicht der Sinn der Sache nun täglich das Terminal zu starten und für jede Festplatte den Zustand zu prüfen, wir Linux-Nutzer sind ja so gesehen faule Säcke - darum lassen wir die ganze Geschichte automatisch vor sich gehen und sehen uns nur die Ausgaben in den Log-Dateien - etwa über Systemd an oder wir lassen uns gleich per Email informieren.

Damit die Software ihre Aufgabe automatisch erledigt gilt es als erstes (natürlich als Administrator) die Datei "/etc/default/smartmontools" ein klein wenig anzupassen - hier muss man nicht lange suchen, die Datei ist nicht überfüllt:

# Defaults for smartmontools initscript (/etc/init.d/smartmontools) # This is a POSIX shell fragment # List of devices you want to explicitly enable S.M.A.R.T. for # Not needed (and not recommended) if the device is monitored by smartd #enable_smart="/dev/hda /dev/hdb" # uncomment to start smartd on system startup #start_smartd=yes # uncomment to pass additional options to smartd on startup #smartd_opts="--interval=1800"

Der findige Nutzer sieht hier gleich einmal das er die Automatik durch entfernen der Raute "#" vor dem Eintrag:

start_smartd=yes

entfernen muss. Als nächstes wird die Raute vor dem Eintrag:

enable_smart="/dev/hda /dev/hdb"

gelöscht und die im Beispiel stehenden Festplatten durch die real zu prüfenden ersetzt, in meinem Beispiel auf diesem Notebook würde der Eintrag ganz einfach so aussehen:

enable_smart="/dev/sda"

Weitere Platten würde man einfach durch ein Leerzeichen getrennt anhängen. Der Eintrag:

smartd_opts="--interval=1800"

wiederum lässt es zu diverse Optionen gleich beim Start des Systems an die Software mit zu geben, dies ist aber eher weniger interessant. Nach dem Speichern dieser Datei geht man weiter an die Datei "/etc/smartd.conf", diese Datei ist schon eher gut gefüllt:

Smartmontools - den Zusatnd der Festplatten unter Linux automatisch prüfen

Smartmontools - den Zusatnd der Festplatten unter Linux automatisch prüfen - Konfiguration der Smartmontools

Gleich einmal zu Beginn - alles was unter dem Eintrag:

DEVICESCAN -d removable -n standby -m root -M exec /usr/share/smartmontools/smartd-runner

steht interessiert die Software gar nicht, jegliche Konfiguration - auch wenn sie in der originalen Datei hier unter diesem Eintrag steht ist sinnlos, ich selbst würde den Eintrag der für externe Festplatten gilt kopieren und an die letzte Stelle der Datei wieder einfügen - diese Zeile wie sie hier steht löschen, oder noch einfacher einfach eine Raute "#" davor setzen.

Für uns wichtig sind eher die schon vorbereiteten Beispiele wie etwa:

# First ATA/SATA or SCSI/SAS disk. Monitor all attributes, enable # automatic online data collection, automatic Attribute autosave, and # start a short self-test every day between 2-3am, and a long self test # Saturdays between 3-4am. #/dev/sda -a -o on -S on -s (S/../.././02|L/../../6/03)

Auch hier muss man nicht lange nachdenken - um einen Eintrag zu aktivieren entfernt man einfach wieder die Raute:

# First ATA/SATA or SCSI/SAS disk. Monitor all attributes, enable # automatic online data collection, automatic Attribute autosave, and # start a short self-test every day between 2-3am, and a long self test # Saturdays between 3-4am. /dev/sda -a -o on -S on -s (S/../.././02|L/../../6/03)

und die Software würde die Festplatte "/dev/sda" mit den angegebenen Optionen prüfen die in der Erläuterung darüber erklärt wurden. Die Zeile sieht ein wenig kryptisch aus - ist sie aber gar nicht, wir sehen zu Beginn den Eintrag "/dev/sda" - dies ist einfach unsere Festplatte die wir prüfen wollen, gefolgt von unseren schon unseren von Smartctl bekannten Optionen "-a -o on -S on -s". Nun kommt die Angabe der Zeit - in diesem Fall "(S/../.././02|L/../../6/03)", zu Beginn sehen wir gleich einmal das "S" für einen kurzen Selbsttest und hinter dem Strich "|" das "L" für einen langen Selbsttest. Hier werden also gleich zwei verschiedene Tests durch geführt an zwei verschiedenen Zeiten - hier gleich an unterschiedlichen Tagen. Der Teil "/./02" zeigt das der kurze Test täglich "/." um zwei Uhr in der Früh "02" automatisch durchgeführt werden soll. Beim langen Test sehen wir schon das dieser am sechsten Tag in der Woche "/6" - also jeden Samstag jede Woche gestartet werden soll und zwar um drei Uhr in der Früh "/03". Die Einträge davor "/../.." zeigen zuerst den Monat und dann die Woche im Monat. Werden der Monat und die Woche nicht angegeben wird der Test ganz einfach jedes Monat im Jahr und jede Woche im Monat durchgeführt. In die Klammer gestellt muss die Zeit nur dann werden wenn man wirklich mehr als einen Test für die Platte konfigurieren möchte, hier ein ganz einfaches Beispiel für einen einfachen Test und zwei unterschiedliche Platten:

/dev/sda -a -o on -S on -s S/../../7/02 /dev/sdb -a -o on -S on -s S/../../7/03

Jeden Sonntag werden die Tests an den beiden genannten Platten durchgeführt und zwar für "/dev/sda" um zwei Uhr, für "/dev/sdb" um drei Uhr. Alle Daten landen natürlich in den Log-Dateien und lassen sich wie unter Smartctl beschrieben auch abfragen. Weiter unten in dieser sehr ausführlich erklärten Konfigurationsdatei finden Sie noch wie Sie sich etwa per Mailserver (Exim oder Postfix über die wir in Kürze Beiträge auf der Linux Bibel finden werden) mit einer Email informieren lassen und vieles mehr.

Mehr Optionen und Hilfen finden Sie wie üblich in den Manpages durch die Befehle:

man smartctl man smartd man smartd.conf

Externe Festplatten mit Gehäuse

Externe Festplatten meist mit einem Gehäuse aus Kunststoff die über USB angeschlossen sind sind manchmal etwas problematisch da hier die Technik etwas anders sind, würde man beispielsweise bei einer solchen Festplatte den Standard-Befehl nutzen etwa für "/dev/sdc":

smartctl -A /dev/sdc

und eine ähnliche Ausgabe ohne Sinn bekommen:

/dev/sdc: Unknown USB bridge [0x1e68:0x001b (0x000)]

muss man den so genannten Wandler in diesem Gehäuse mit folgender Option "-d sat" umgehen, für dieses Beispiel also:

smartctl -A -d sat /dev/sdc

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