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Mit dem Pi verbinden

Wir haben nun schon gelernt wie einfach es ist mit dem Raspberry Pi in das Internet zu kommen, mit diesem zu surfen, mailen und so weiter und so fort. Doch hat nicht jeder vor den Pi als reine Surf-Station, Media-Center oder für sonstige einfache Dinge zu verwenden. Der Pi mit Raspbian ist mehr als nur einfacher Computer für Windoofies ... Er hat zwar die Geschwindigkeit eines Mittelklasse-Smartphones - doch das Teil ist der Hammer, so bauen Sie sich ohne Probleme Ihren WLAN-Router ohne zusätzliche Kosten, bieten einen Webserver direkt in das Internet an, basteln Ihren eigenen Mail-Server ... oder steuern die Elektronik Ihres gesamten Hauses damit - Sie sind unterwegs nach Hause und die Heizung ist für die überraschend tiefen Temperaturen zu niedrig - stellen Sie diese doch über das Smartphone höher, ... Diese und noch viele Dinge mehr die mir gerade nicht einfallen sind möglich, mit dem Raspberry Pi und einem kostenlosen Linux-System - ein Monitor ist dazu nicht nötig und meist nur umständlich. Ich will gerade einen Film im Fernsehen sehen und gleichzeitig den Pi konfigurieren - natürlich - es ist Linux.

Um sich von welchem Rechner auch immer mit Ihrem Raspberry Pi zu verbinden müssen Sie als erstes dessen IP-Adresse kennen, dies lässt sich ganz einfach heraus finden. Installieren Sie einfach über einem beliebigen Linux-Rechner im Netzwerk über die Paket-Verwaltung das Paket "apr-scan" - nicht auf dem Pi. Nun starten Sie als Nutzer root - also als Administrator auf dem selben Rechner auf dem Terminal den Befehl:

arp-scan -l

Nun erhalten Sie in der Ausgabe alle IP-Adressen in Ihrem Netzwerk, egal ob mit oder ohne Router, etwa:

Raspberry Pi - IP-Adresse

Raspberry Pi - IP-Adresse

In diesem Fall lautet diese "10.42.0.100", was wir nun noch benötigen ist ein einfaches Terminal und ganz wenig Kenntnis über die Secure Shell oder einfach SSH.

Nun, nehmen wir einmal an Sie haben den Nutzer-Namen am Pi und dessen Passwort noch nichts geändert so lautet der Befehl zum Verbinden in diesem Fall einfach:

ssh pi@10.42.0.100

Das genutzte System fragt nach dem Passwort des Nutzers "pi" und möchte bestätigt wissen ob dessen Zertifikat beglaubigt wir was man mit:

yes

bestätigt. Danach findet man sich am Terminal direkt auf dem Pi wieder. Alle Befehle die man nun ausführt werden nicht auf dem lokalen System ausgeführt sondern am Pi - sehen kann man siese natürlich auch am lokalen Terminal. Nun ist das Terminal zwar sehr effektiv, jedoch nicht für jeden Nutzer sehr ansprechend - man kann natürlich auch grafische Anwendungen starten die dann am lokalen Rechner als Fenster erscheinen obwohl der Pi gar nicht an einen Monitor angeschlossen ist. Möchte man dies startet man die Verbindung statt mit:

ssh pi@10.42.0.100

durch:

ssh -X pi@10.42.0.100

Wie üblich ist darauf zu achten das man unter Linux große und kleine Buchstaben tatsächlich groß oder klein schreibt. Am Terminal mit der Verbindung ändert sich soweit nichts - startet man jedoch über das Terminal nun ein grafisches Programm öffnet sich das Fenster am lokalen Rechner. Geht man gleich etwas weiter - die Desktop-Umgebung Pixel ist eigentlich eine Modifizierung von LXDE - und startet etwa dessen Panel öffnet sich dieses am lokalen Bildschirm. Hier der normale KDE-Desktop:

Raspberry Pi - grafische Anwendungen per SSH

Raspberry Pi - grafische Anwendungen per SSH

Und hier nun der Start des Panels von LXDE mit Menü und Anwendungen durch den Befehl:

lxpanel &

Raspberry Pi - grafische Anwendungen per SSH

Nach dem Start des Panels sehen Sie eine Zahl, etwa:

[1] 1957

Zu Beginn sehen die Nummer des Prozesses und dann die eigentlich wichtige Prozess-ID, mit dieser beenden Sie auch den Prozess durch den Befehl:

kill 1957

Sie können nun ganz einfach über das zu sehende Menü auf dem Pi installierte Anwendungen starten - diese integrieren sich in das Panel - etwas verwirrend ist das sich dort auch am lokalen Rechner geöffnete Anwendungen zeigen - daran gewöhnt man sich jedoch schnell.

Mittels des Befehls:

exit

verlassen Sie die SSH-Sitzung.

Bevor wir nun etwas weiter gehen und uns ansehen was mir zum Pi alles einfällt wollen wir uns mit einigen weiteren Verbindungen beschäftigen um mit diesem Mini-Rechner Verbindung aufzunehmen. Das Terminal ist zwar sehr nett zur Konfiguration und ähnlichen Dingen, wenn es aber um das Kopieren und verschieben von Dateien geht sind grafische Anwendungen oft bevorzugt. Als erstes wollen wir uns einmal die KDE-Software Konqueror ansehen, es ist eigentlich schon fast ein Dinosaurier unter den Linux-Anwendungen - früher Webbrowser, Dateimanager, Bild-Betrachter, Editor, FTP-Klient und vieles mehr. Heute wird Konqueror nur noch von Insidern benutzt - er ist zwar langsamer als heutige Webbrowser, doch nicht nur extrem sicher sondern vor allem auch ein wunderbarer grafischer SSH-Klient.

Sie installieren die Software unter auf Debian basierenden Systemen ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket "konqueror". Nach der Installation finden Sie die Software im Anwendungsmenü im Bereich "Internet", alternativ starten Sie über den Schnellstarter (Alt + F2) oder über das Terminal durch den Befehl:

konqueror

Nun nehmen wir einmal an Sie haben die Daten zur Anmeldung noch nicht geändert, loggen sich also mit dem Nutzer-Namen "pi" ein, die IP-Adresse lautet wie oben beschrieben "10.42.0.100", statt wie am Terminal mit "ssh" zu beginnen geben Sie in die Adressleiste folgendes ein:

fish://pi@10.42.0.100

Der Browser verbindet sich und verlangt nach dem Passwort des Nutzers, zeigt anschließend dessen Home-Verzeichnis an:

Raspberry Pi - grafisch über SSH / Fish verbinden

Raspberry Pi - grafisch über SSH / Fish verbinden

Per "Aufwärts" kommen Sie ein Verzeichnis höher und somit auch ins System-Verzeichnis, können Daten und Dateien mit entsprechenden Rechten auch per Klick bearbeiten. Per Menü "Fenster / In linke und rechte Ansicht teilen" teilen Sie das Fenster in zwei Teile, in jedem Fenster können Sie ein anderes Verzeichnis wählen, so natürlich auch Dateien zwischen dem Raspberry Pi und dem lokalen Rechner kopieren oder verschieben.

Dasselbe funktioniert auch perfekt mit dem Dateimanager von KDE namens Krusader, auch diese Software installieren Sie unter auf Debian basierenden Systemen ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket "krusader". Auch hier sollten Sie wenn Sie bisher KDE oder KDE-Software nicht verwenden die passenden Sprach-Pakete installieren, diese finden Sie indem Sie nach "kde-l10n-" suchen inklusive dem jeweiligen Sprach-Kürzel, für deutsch also "kde-l10n-de". Sie finden die Software im Anwendungsmenü im Bereich "Dienst-Programme", alternativ starten Sie über den Schnellstarter (Alt + F2) oder über das Terminal durch den Befehl:

krusader

Das Fenster ist automatisch in zwei Hälften geteilt - in jedem findet sich Ihr aktuelles Home-Verzeichnis wieder, markieren Sie per Klick etwa die rechte Hälfte und nutzen nun das Menü "Extras / Neue Netzwer-Verbindung":

Raspberry Pi - grafisch mit dem Pi verbinden

Raspberry Pi - grafisch mit dem Pi verbinden

Als Protokoll wählen Sie "fish://", als Host geben Sie die IP-Adresse ein, als Port belassen Sie "22", nun folgt noch der Name zum Login - standardmäßig also "pi" und dessen Passwort.

Raspberry Pi - grafisch mit dem Pi verbinden

Raspberry Pi - grafisch mit dem Pi verbinden

Nun können Sie Dateien und Verzeichnisse zwischen beiden kopieren, verschieben und natürlich auch bearbeiten. Am einfachsten legen Sie sich für weitere Verbindungen ein Lesezeichen an - dies funktioniert ganz einfach über die Schaltfläche ganz rechts oben über dem gerade aktiven Fenster.

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