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NAS-Server mit OpenMediaVault

Der Pi eignet sich perfekt als NAS-Server im Heim-Netz, die nötige Hardware ist da, die Software ebenfalls. Natürlich darf man dem Pi nicht zu viel zumuten, aber so lange nicht drei oder vier im Netzwerk unterschiedliche Filme vom Server zur selben Zeit ziehen wollen erzielt man mit dem Raspberry gute Ergebnisse. Wir werden uns auf dieser Homepage sicherlich noch mit dem Aufsetzen eines NAS-Servers befassen - doch in diesem Fall zeigt schon die Überschrift das ich etwas anderes vor habe. OpenMediaVault ist ein Betriebssystem basierend auf Raspbian mit der nötigen Software um den NAS-Server per Webbrowser zu steuern und zu konfigurieren.

Alles was nun dazu nötig ist ist eine Micro-SSD mit etwa 8GB freien Platz und ein oder zwei USB-Sticks oder auch externe Festplatten die Sie über einen USB-Hub mit eigenem Strom-Anschluss an den Raspberry Pi hängen, dies hat den Grund das der kleine Rechner nicht genug Strom über die USB-Anschlüsse bringen kann.

Laden Sie nun einfach von Sourceforge das aktuellste Image für den Pi herunter (etwa 500MB) und entpacken das komprimierte Archiv um das Image nutzen zu können.

Legen Sie nun die Micro-SSD in den Computer ein und ermitteln mit dem Befehl (als Nutzer root:

fdisk -l

die Bezeichnung des Laufwerkes, in der Regel lautet dieses "/dev/mmcblk0" oder auch einfach "/dev/sdc" - aber Sicherheit geht vor. Nun kopieren Sie das Image auf das ermittelte Laufwerk, wir nutzen dazu wie üblich das Terminal, wechseln in das Verzeichnis in dem das Image liegt und starten den Befehl (natürlich wieder als Administrator:

dd if=openmediavault-version.img of=/dev/mmcblk0 bs=4096

Das kopieren dauert einige Zeit - warten Sie einfach bis der Prompt des Terminals wieder zu sehen ist. Entnehmen Sie nun die SSD aus dem Computer und legen diese in den Raspberry Pi ein, stecken das Netzwerkkabel an sowie zuletzt die Strom-Versorgung. Nun gilt es etwas zu warten bis OpenMediaVault vollständig gestartet ist, um die IP-Adresse zu ermitteln, wie oben schon beschrieben nutzen wir dazu das Paket "arp-scan" und starten nun am Terminal als Nutzer root den Befehl:

arp-scan -l

Wie üblich wird sich unser Pi als "Raspberry Pi Foundation" melden, tut er dies noch nicht warten Sie etwas ab und starten den Befehl erneut. In der Ausgabe sehen wir nun natürlich auch die IP-Adresse des Rechners - etwa:

192.168.0.103

Diese Adresse kopieren wir nun vom Terminal und fügen genau diese in die Adresse des Webbrowsers ein und bestätigen mit der Eingabe-Taste:

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen - erste Anmeldung

Wir aktivieren als erstes unsere Sprache und melden uns mit dem Nutzer "admin" und dem Passwort "openmediavault" an:

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen - erste Konfiguration

Das Erste was wir nun tun sollten ist das Passwort zu wechseln, dazu wählen Sie links in der Liste "Allgemeine Einstellungen" und klicken nun auf den Reiter "Web Administrator Passwort", geben Sie das neue Passwort zweimal ein und klicken auf "Speichern" - Achtung, dies ist noch nicht abgeschlossen, nach dem Speichern erscheint eine gelbe Leiste die Sie zu nochmaligen "Anwenden" auffordert, erst nach dieser Bestätigung wurde das Passwort zur Sicherheit geändert.

Was nun noch absolut nötig ist bevor wir etwas anderes tun ist uns über SSH über das Terminal mit dem Pi zu verbinden, also in diesem Beispiel:

ssh root@192.168.0.103

Hier bestätigen wir als erstes einmal mit:

yes

Dies ist nur einmalig nötig und loggen uns wiederum mit dem Passwort "openmediavault" an. Nun ändern wir die Netzwerkkonfiguration da zumindest nach meinem Update des Systems der Pi sich nicht mehr per Router eine DHCP-Verbindung versorgen lassen wollte, wir starten den Befehl:

nano /etc/network/interfaces

und ändern die Konfiguration wie folgt:

# The loopback network interface auto lo iface lo inet loopback # eth0 network interface auto eth0 allow-hotplug eth0 iface eth0 inet dhcp #iface eth0 inet6 manual # pre-down ip -6 addr flush dev $IFACE

Grob gesagt fügen wir einfach die beiden unteren Rauten (fett) ein und speichern die Datei durch "Strg + o" und schließen mit "Strg + x". Am besten ändern wir nun auch gleich das Passwort von "root" durch den Befehl:

passwd

Wir geben nun einmal das neue Passwort ein bestätigen mit der Eingabe-Taste und geben das Passwort zur Bestätigung ein zweites Mal ein. Mittels:

exit

loggen wir uns aus der SSH-Verbindung wieder aus und nehmen wieder unseren Webbrowser zur Hand, hier wählen wir nun die "Aktualisierungsverwaltung" und klicken auf "Prüfen":

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen - System aktualisieren

Die Prüfung kann etwa eine Minute dauern, gibt es neuere Software wird diese angezeigt (in diesem Fall habe ich erst gestern aktualisiert und es gibt keine, klicken Sie in die Checkbox vor "Paketinformationen" um alle Pakete zu wählen und anschließend auf das Plus für "Aktualisieren". Die Software öffnet nun ein Terminal, lädt darüber alle Pakete rund um Raspbian herunter sowie die Aktualisierungen für OpenMediaVault und installiert diese. Dies dauert einige Minuten, warten Sie einfach ab, Sie müssen nichts tun. Ist die Aktualisierung beendet ist es möglich das die Steuer-Zentrale nicht mehr reagiert, wir loggen uns wieder per SSH ein und geben den Befehl:

reboot

zum Neustart des Systems ein. Nachdem das System nach den Neustart wieder erreichbar ist loggen Sie sich im Webbrowser wieder an der grafischen Oberfläche ein.

Nun können wir unsere USB-Sticks oder externe Festplatten anschließen - einige Sekunden warten, dann klicken wir auf den Eintrag "Reale Festplatten" und wir sehen diese nun:

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen - Speicher

Bevor wir unsere Datenspeicher einrichten sollten wir jedoch das System noch etwas mehr absichern, also am besten die Weboberfläche nur verschlüsselt erreichbar machen lassen. Dazu müssen wir unter "System / Zertifikate" ein neues erstellen, klicken Sie auf "Hinzufügen / Erstellen", geben einen passenden Namen an und klicken auf "Speichern":

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen

Nach dem Speichern können Sie es sich über "Bearbeiten" ansehen. Damit hätten wir einen sicheren SSH-Schlüssel erzeugt, um unsere Webseite abzusichern gehen wir auf den Reiter "SSL", auch hier klicken wir wieder auf "Hinzufügen / Erstellen" und geben die nötigen Daten an:

OpenMediaVault am Rasperry Pi installieren und nutzen

Wie üblich bestätigen wir durch "Speichern / Anwenden" in der gelben Leiste. Öffnen Sie nun "Allgemeine Einstellungen / Web Administration" und aktivieren "Aktiviere SSL/TLS", wählen Ihr gerade erstelltes Zertifikat und bestätigen mit "Speichern / Anwenden". Nun können Sie die Seite verlassen und einen Login via "https://192.168.0.103" (Sie ersetzen natürlich die IP-Adresse durch die Ihres Raspberrys), beim ersten Mal wird wohl ein Fehler angezeigt, unter Firefox klicken Sie auf "Erweitert / Ausnahme bestätigen" ... Schon haben Sie einen sicheren Zugang und können SSL auch im selben Fenster erzwingen lassen.

Nun gilt es wie schon beschrieben unsere Datenspeicher, also externe Festplatten oder USB-Sticks mit dem System bekannt zu machen und diese nutzbar zu machen. Wir schließen diese also an - wie schon beschrieben bei externen Festplatten über einen USB-Hub mit eigener Strom-Versorgung da der Pi nicht genug Strom über die USB-Anschlüsse bringen kann - klicken auf den Eintrag "Reale Festplatten", sind unsere Datenträger noch nicht aufgelistet klicken wir auf den Schalter "Suchen". Um unsere externen Datenträger nutzbar zu machen klicken wir nun auf den Eintrag "Dateisysteme", hier werden nun tatsächlich alle Partitionen angezeigt, auch die auf denen unser OpenMediaVault installiert ist - diese Partitionen dürfen wir natürlich nicht anfassen:

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - Festplatten

Wir markieren nun also einzeln unsere neuen angeschlossenen Partitionen und klicken auf die Schaltfläche "Einbinden" und bestätigen diese Eingabe auch - ist dies geschehen wird auch die Größe des Dateisystems angezeigt. Wichtig: Nutzen Sie nur Datenträger mit Linux-Dateisystemen, FAT oder NTFS wird von OpenMediaVault gelöscht und neu formatiert - was bedeutet das bereits vorhandene Daten gelöscht werden.

Wir klicken nun auf den Eintrag "Freigegebene Ordner" und auf die Schaltfläche "Hinzufügen":

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - Datenverzeichnis erstellen

Wir geben einen Namen für das Verzeichnis an, wählen nun einen der externen Datenträger (Laufwerk) - die "Zugriffsrechte" können wir in der Regel belassen wie sie sind und speichern nun die Konfiguration, bestätigen diese.

Die Speicherung von Daten ist natürlich der erste Sinn von NAS-Systemen um von mehreren Geräten aus darauf zugreifen zu können, besser ist aber noch die Daten-Sicherung. Nutzen Sie also mehrere Sticks oder externe Festplatten, binden diese ein, benennen diese unterschiedlich und richten so über den Dienst "rsync" den Abgleich zwischen zwei oder mehreren Datenträgern ein.

Nun gilt es einen oder mehrere Benutzer zu erstellen, dazu klicken Sie auf den Eintrag "Benutzer" sowie auf die Schaltfläche "Hinzufügen":

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - Benutzer erstellen

Wichtig ist es hier - wenn Sie SAMBA nutzen wollen klicken Sie noch auf den Reiter "Einstellungen" und aktivieren die Benutzer-Verzeichnisse. Nach dem Erstellen der Benutzer gilt es diesen den Zugriff auf das System, also auf das Daten-Verzeichnis zu ermöglichen. Wir klicken also auf den Eintrag "Freigegebene Ordner", wählen unser angelegtes Verzeichnis und klicken auf die Schaltfläche "Privilegien":

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - Zugriffsrechte für Benutzer setzen

Haben nun alle Nutzer Zugriff können diese bereits über SSH auf Ihr Verzeichnis zugreifen, also etwa:

ssh robert@192.168.0.103

Wir wollen den Zugriff natürlich etwas einfacher machen, also grafischen Zugriff. Hier kommt es nun darauf an ob Sie in Ihrem Netzwerk außer Linux-Systeme auch Windows oder andere haben. Bei Netzwerken nur mit Linux können Sie problemlos auf NAS setzen, sollte auch Windows, MAC, iOS, iPad oder Android darunter befinden ist es meist einfacher SAMBA (SMB) - also Windows-Freigaben zu nutzen, Sie können natürlich auch mehrere Dienste zur selben Zeit aktivieren - bei mehreren gleichzeitigen Zugriffen wird der Pi in solchen Dingen aber natürlich etwas geplagt. Ich werde in diesem Fall ganz einfach SAMBA aktivieren da dies in Kombination mit verschiedenen Systemen die einfachste Variante ist, klicken Sie also auf den Dienst "SMB/CIFS":

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - SAMBA

Alles was hier wirklich wichtig ist ist den Dienst aktivieren - oberster Schalter und die "Benutzer-Verzeichnisse aktivieren". In den meisten Netzwerken ist der Name "WORKGROUP" vorhanden, haben Sie einen anderen erstellt geben Sie diesen natürlich ebenfalls an.

Nach dem Speichern dieser Einstellungen klicken Sie noch auf den Reiter "Freigaben" um den Dienst zu zeigen auf welche Verzeichnisse er zugreifen darf:

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - Freigabe erstellen

Nach dem Speichern der Einstellungen kann ich via Dateimanager unter Linux - hier etwa mittels Konqueror auf die Freigaben zugreifen indem ich die Adresse "smb://ip-adresse" auf den Server zugreifen:

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen

OpenMediaVault am Raspberry Pi installieren und nutzen - Zugriff per Dateimanager

Dies funktioniert natürlich mit jedem Dateimanager, unter Windows Explorer geben Sie in die Adressleiste in diesem Fall "\\ip-adresse" ein (Artikel am 29.12.2016).

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