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Wenn ich an so manchen Windows-Rechner denke wird mir im Bereich Multimedia fast richtig übel, die eine Datei wird nicht abgespielt, Codecs suchen, funktioniert nicht, weiter Codecs suchen, ein Virus, endlich hat man ihn findet sich die nächste Datei die sich nicht abspielen lässt. Wenn sich so mancher Windows-Nutzer ansehen würde was wir aus unseren Linux-Rechnern machen können was wir wollen ...

In diesem Beitrag geht es nicht um die vielen Multimedia-Anwendungen die man unter Linux findet sondern darum wie man Linux bereit für Multimedia macht, denn auch wir haben das Problem das zu Beginn unsere Systeme so gut wie keine Multimedia-Dateien abspielen. Der Grund - die meisten Codecs - also kleine Bibliotheken / Programme die dazu benötigt werden sind nicht frei. Ich möchte dies einfach nur für MP3-Dateien - also das wohl bekannteste Musik-Format erklären; Für MP3 benötigt man einen Codec der vom Fraunhofer-Institut in Deutschland entwickelt wurde, der Codec ist keinesfalls frei, in der Lizenz steht nicht einmal das man diesen kostenlos nutzen darf, er ist keine Freeware, gar nichts. Würde sich zum Beispiel jemand von diesem Institut die Rechte an diesem Codec kaufen und damit Geld machen wollen könnte er beispielsweise auf einmal ganz einfach Geld dafür verlangen, die meisten Codecs basieren auf diesen und ähnlichen Gesetzen.

In diesem Beitrag werde ich nun zeigen wie man all diese Codecs in fünf Minuten installiert und gleich mehr Dateien abspielt als es unter Windows möglich ist.

Quellen frei schalten

Unter Ubuntu, Kubuntu und darauf basierenden Linux-Distributionen wie auch Linux Mint sind die passenden Quellen, also Repositorys zu Beginn noch nicht frei geschaltet. Klickt man jedoch bei der Installation des Systems in die Checkbox "Installation von Drittanbieter ..." - hier unter Ubuntu:

Ubuntu installierenUbuntu installieren

werden entsprechende Repositorys frei geschaltet und die meisten nötigen Codecs gleich mit installiert - ebenfalls gleich nötige proprietäre Treiber. Auf die selbe Art funktioniert es unter Kubuntu, Linux Mint und darauf basierenden Linux-Distributionen. Haben Sie dies vergessen lässt es sich aber problemlos auch nach holen.

Haben Sie es verabsäumt die nicht freien Codecs und Treiber während der Installation zu aktivieren öffnen Sie die jeweilige Paket-Verwaltung, unter Kubuntu "Discover" unter Ubuntu die "Aktualisierungsverwaltung":

Ubuntu installierenUbuntu - Aktualisierungsverwaltung

Unter Ubuntu klicken Sie nun auf "Einstellungen" und aktivieren dort unter "Ubuntu Anwendungen" alle Einträge bis auf "Quelltext":

Ubuntu installierenUbuntu - Aktualisierungsverwaltung

Klicken Sie nun auf "Schließen" und anschließend auf "Neu laden", die Quellen sind aktiv. Unter Kubuntu öffnen Sie wie schon beschrieben Discover:

Ubuntu installierenDiscover

Klicken Sie ganz rechts oben auf die Schaltfläche und wählen im Kontextmenü "Quellen einrichten" und aktivieren auch hier alle Einträge per Checkbox. Auch hier sind nun alle Quellen aktiv.

Unter Debian und direkt darauf basierenden Distributionen öffnen Sie als Nutzer "root" also als Administrator die Datei "/etc/apt/sources.list" und ergänzen dort alle Einträge von Debian auf folgende Art:

###### Debian Main Repos deb http://ftp.at.debian.org/debian/ jessie main contrib non-free ###### Debian Update Repos deb http://security.debian.org/ jessie/updates main contrib non-free deb http://ftp.at.debian.org/debian/ jessie-proposed-updates main contrib non-free

Wobei Sie nur die fett geschriebenen Teile ergänzen müssen. Speichern Sie die Datei und laden die Quellen als Nutzer "root" auf dem Terminal neu:

apt-get update

Schon sind auch unter Debian die unfreien Quellen frei geschaltet.

Codecs installieren

Hat man die nicht freien Quellen aktiviert geht es an das installieren der Codecs, wie schon unter Paket-Verwaltung beschrieben sind aktuelle grafische Oberflächen wie "Ubuntu Software" eher ungeeignet für diesen Zweck - sie zeigen solche Pakete einfach nicht an installieren Sie daher am einfachsten Synaptic ganz einfach über das Terminal, unter Ubuntu / Kubuntu / Linux Mint:

sudo apt-get update sudo apt-get install synaptic

Beantworten Sie die Nachfrage mit der Taste "j" und Synaptic wird installiert. Unter Debian melden Sie sich am Terminal mit dem Befehl:

su

als Administrator an und bestätigen mit dessen Passwort, anschließend installieren Sie Synaptic mit:

apt-get update apt-get install synaptic

und bestätigen ebenfalls mit der Taste "j".

Sie finden Synaptic nun im Anwendungsmenü im Bereich "System" und haben vollen Zugriff auf alle möglichen Pakete, suchen Sie durch einen Klick auf die Lupe nach dem Begriff "gstreamer":

Codecs für Multimedia unter Linux

Codecs für Multimedia unter Linux - Codecs unter Synaptic installieren

Scrollen Sie runter bis Sie Pakete mit dem Begriff "gstreamer" finden, je nach Version der Distribution finden Sie hier Pakete die mit "gstreamer0" beginnen oder "gstreamer1", ich werde hier ganz einfach die Version "1" schreiben, Sie ersetzen die Eins einfach durch eine Null wenn aktuellere nicht vorhanden sind - folgende Pakete installieren Sie:

gstreamer1.0-plugins-bad gstreamer1.0-plugins-ugly gstreamer1.0-fluendo-mp3

Klicken Sie dazu einfach in die Checkbox vor dem Paket und wählen nun "Zum installieren vormerken" und klicken anschließend auf "Anwenden". Ist die Aktion abgeschlossen sind alle Codecs installiert und Sie können alles abspielen was sich am lokalen Rechner befindet.

Oder noch einfacher, sind die Quellen aktiviert - klicken Sie auf eine Media-Datei, etwa eine MP3-Datei oder ein Video wird das System die Codecs zur Installation vor schlagen.

Flashplayer

Nun, eigentlich sollte der Flashplayer heute eigentlich durch HTML 5 obsolet sein, auf keinem System mehr installiert sein. Er ist veraltet, belastet den Akku des Notebooks und ist voller Sicherheitslücken - jeden Monat werden neue entdeckt, für Linux wird er gar nicht mehr entwickelt - dies bedeutet das man ihn deshalb nicht nutzen kann. Hier gibt es zwei Varianten um an einen aktuellen Flashplayer zu kommen, eine einfach und die die etwas mehr Arbeit erfordert:

Die einfache ist es Google Chrome als Webbrowser zu installieren, er bringt den Flashplayer gleich integriert mit und wird dann gleich auch mit dem System durch die Paket-Verwaltung aktualisiert. Sie finden den Webbrowser von Google wie immer kostenlos unter Google Chrome, öffnen Sie die Seite und klicken auf "Google Chrome herunter laden", wählen das Paket für Debian / Ubuntu (DEB 64Bit) und akzeptieren die Lizenz, schon wird er herunter geladen. Er landet im Verzeichnis Downloads, klicken Sie einfach das Deb-Paket doppelt an und folgen den Anweisungen, er wird installiert. Möchten Sie dies auf dem Terminal tun öffnen Sie das Terminal und wechseln darin in das Verzeichnis Downloads, unter Ubuntu / Kubuntu starten Sie die Installation nun durch:

cd Downloads/ sudo dpkg -i google-chrome.... sudo apt-get install -f

Die Punkte ersetzen Sie dabei natürlich durch die volle Bezeichnung des Paketes (geben Sie einfach die ersten Buchstaben ein und drücken die Tabulator-Taste), er wird installiert und lässt sich nutzen, Flash ist sofort aktiv.

Der nicht so einfache Weg läuft über die beiden Pakete "pepperflashplugin-nonfree browser-plugin-freshplayer-pepperflash" die Sie ganz einfach über die Paket-Verwaltung installieren können. In sehr aktuellen Linux-Systemen - etwa ab Debian Sid und Stretch / Ubuntu 16.04 funktioniert der Flashplayer dann selbst in Firefox ab einem Neustart der Software. In etwas älteren Systemen wie etwa Debian Jessie ist nur das erste Paket vorhanden und funktioniert mit Firefox / Iceweasel noch nicht ohne weiteres - hier hilft jedoch folgendes: Installieren Sie über die Paket-Verwaltung das erste Paket und später einige weitere, dies geht am schnellsten auf dem Terminal (haben Sie eine grafische Paket-Verwaltung geöffnet gilt es diese zu schließen:

apt-get install cmake gcc g++ git pkg-config ragel libasound2-dev libssl-dev libglib2.0-dev libconfig-dev libpango1.0-dev libgl1-mesa-dev libevent-dev libgtk2.0-dev libxrandr-dev libxrender-dev libxcursor-dev libv4l-dev libgles2-mesa-dev libavcodec-dev libva-dev libvdpau-dev libdrm-dev libpulse-dev

Natürlich als Nutzer "root" - also als Administrator. Nun lädt man den Freshplayer herunter und kompiliert diesen, dies funktioniert nur über das Terminal als normaler Nutzer:

git clone https://github.com/i-rinat/freshplayerplugin.git cd freshplayerplugin mkdir build cd build cmake .. make

Der Vorgang dauert einige Sekunden, warten Sie einfach ab, sehen Sie den Prompt des Terminals wieder werden Sie zum Nutzer "root" und kopieren das erstellte Plugin an die richtige Stelle:

cp libfreshwrapper-pepperflash.so /usr/lib/mozilla/plugins/

Starten Sie Firefox erneut und Flash funktioniert. Sobald es nicht mehr funktioniert oder eine neue Version von Flash verlangt wird starten Sie den Vorgang erneut.

DVD's

Verschlüsselte DVD's - also im Grunde genommen jede DVD die man im Handel kaufen kann lassen sich unter Linux nicht ganz einfach abspielen. Dies hat den Grund das man zum Abspielen einen Codec nutzen muss der den Kopierschutz umgeht - was jedoch nicht ganz legal ist, darum findet sich die nötige kleine Bibliothek auch nicht in den Repositorys der meisten Distributionen. Dies lässt sich jedoch sehr einfach umgehen, unter Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und darauf basierenden Systemen öffnen Sie ein Terminal und starten folgenden Befehl:

sudo sh /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh

Ist der Befehl durch gelaufen funktioniert das Abspielen jeder DVD, damit gibt es jedoch keine Updates für diese Bibliothek - diese gibt es nur über das Repository von VideoLAN - den Entwicklern von denen auch VLC stammt. Den selben Weg gehen Sie nun auch auf Debian. Öffnen Sie mit einem Texteditor als Nutzer "root" (also als Administrator) die Datei "/etc/apt/sources.list" und fügen folgende neue Zeile ein:

deb http://download.videolan.org/pub/debian/stable/ /

Nun installieren Sie als Nutzer "root" die Installation - etwa unter Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint ... auf dem Terminal:

sudo wget -O - http://download.videolan.org/pub/debian/videolan-apt.asc | sudo apt-key add - libdvdcss sudo apt-get update sudo apt-get install libdvdcss2

Unter Debian lassen Sie falls Sie ein extra Root-Passwort vergeben haben natürlich das "sudo" weg, und schon können Sie DVD's ansehen.

Blu Ray

Dasselbe wie bei DVD's gilt auch bei Blu Ray-Disks, hier hat man es jedoch etwas einfacher da sich die nötigen Pakete im Repository finden, installieren Sie einfach über die Paket-Verwaltung folgende Pakete:

libaacs0 libbluray-bdj libbluray1

Anschließend lassen sich auch solche Disks unter Linux etwa mit VLC ansehen.

KabyLike CPU's von Intel

Diese CPU's funktionieren natürlich absolut problemlos, sie unterstützen jedoch die Kodierung und De-Kodierung von Video-Formaten um einiges besser, damit Linux und darauf laufende Software direkt auf diese Funktionen zugreifen kann installiert man sich ganz einfach die Pakete "firmware-linux" und "firmware-linux-nonfree" (oder auch umgekehrt "linux-firmware" und "linux-firmware-nonfree" - je nach Distribution). Software die dann auch problemlos auf diese Funktionen zugreifen kann gibt es natürlich auch - die bekanntesten darunter wären "kdenlive", cinelerra (etwa für Debian unter Debian-Multimedia zu finden), natürlich "ffmpeg" oder einfach "kino".

Weiteres

Sie finden unter Linux Software rund um Multimedia ohne Ende, von allen nötigen Codecs über spezialisierte Player bis hin zu Media-Center der oberen Klasse, natürlich auch Software zur professionellen Ton-Studio-Umgebung und Video-Bearbeitung. Passende Artikel werden Sie bald auf der Linux Bibel finden.

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