Linux Bibel online ~ Kernel-Tastenkombinationen

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Eines muss man gleich sagen, Linux ist um vieles stabiler als etwa Microsoft Windows - dies merkt man schon wenn man das erste Mal mit einem Live-System arbeitet. Doch kann es auch unter Linux zu Instabilitäten kommen, etwa bei den normalen Ubuntu-Versionen die nicht zum LTS-Zweig (Long Term Support) gehören oder bei Entwickler-Distributionen wie etwa Debian Unstable. Manchmal schießt eine selbst installierte Software die Desktop-Umgebung ab und nichts rührt sich mehr - es kommt zwar selten vor, aber meist genau dann wenn man etwas etwas wichtiges nicht gespeichert hat.

Unter Linux hat man jedoch den Vorteil - den Kernel zwingt man nicht so einfach in die Knie, selbst wenn sich wirklich gar nichts mehr rührt - der Kernel läuft immer noch und diesen kann man dazu bringen Prozesse (Anwendungen) normal zu beenden, also etwa auch noch nicht gespeicherte Daten zu sichern. In diesem Tipp werden wir lernen wie man Linux dazu bringt Anwendungen wie das System normal zu beenden auch wenn wirklich gar nichts mehr läuft, nicht einmal das Terminal.

Gleich einmal zu Beginn, dies funktioniert mit jeder Distribution - die Funktion den Kernel mit Tastenkombinationen zu steuern ist aber nicht auf jedem System aktiv, dies lässt sich sehr einfach ändern. Zuerst wollen wir einmal nachsehen ob die Funktion aktiv ist, dazu öffnen wir die Datei "/etc/sysctl.conf" einfach per Klick mit einem beliebigen Texteditor. Hier suchen wir nun den Eintrag:

kernel.sysrq=1

Auf den meisten Systemen ist dieser Eintrag nun mit einer Raute auskommentiert - also:

#kernel.sysrq=1

Alles was wir tun müssen um die Funktion zu aktivieren ist die Raute (#) zu entfernen, dazu nutzen wir etwa den Terminal-Editor Nano auf dem Terminal, natürlich als Administrator durch den Befehl:

nano /etc/sysctl.conf

Kernel-Tastenkombinationen aktivieren unter Linux

Kernel-Tastenkombinationen aktivieren unter Linux

Wir entfernen also die Raute und ersetzen wenn nötig die Null (0) durch eine Eins (1) sodass wir folgenden Eintrag erhalten:

kernel.sysrq=1

Nun speichern wir die Datei durch die Tastenkombination "Strg + o", bestätigen mit der Eingabe-Taste und beenden den Editor mit "Strg + x", nach einem Neustart sind die Tastenkombinationen aktiv.

Tastenkombinationen für den Kernel

Hier finden Sie nun die Tastenkombinationen für den Kernel, ausgelöst werden diese alle durch "Alt + Druck" plus die jeweilige Taste für die gewünschte Aktion:

Tastenkombination auf Beschreibung
Alt + Druck + r grafische Oberfläche / Terminal Kernel übernimmt Maus und Tastatur, funktionieren also wieder
Alt + Druck + e grafische Oberfläche / Terminal Normales Beenden aller laufenden Prozesse (Speichern, ...)
Alt + Druck + i grafische Oberfläche / Terminal Beenden aller Prozesse die sich nicht normal beenden lassen
Alt + Druck + s grafische Oberfläche / Terminal Alle Daten aus dem Cache werden auf die Festplatte geschrieben
Alt + Druck + u grafische Oberfläche / Terminal Beendet den Schreib-Modus auf allen Partitionen
Alt + Druck + b grafische Oberfläche / Terminal Neustart des Systems
Alt + Druck + c grafische Oberfläche / Terminal Willkürlich ausgelöster Systemabsturz
Alt + Druck + f grafische Oberfläche / Terminal Beendet den Vordergrund-Prozess
Alt + Druck + k grafische Oberfläche / Terminal Abmeldung erfolgt
Alt + Druck + l (virtuelles) Terminal CPU-Analyse wird angezeigt
Alt + Druck + m (virtuelles) Terminal Analyse des Hauptspeichers wird angezeigt
Alt + Druck + o grafische Oberfläche / Terminal Normales herunter fahren (nur alte Geräte)
Alt + Druck + t (virtuelles) Terminal Prozess-Analyse wird angezeigt
Alt + Druck + 0 (bis 9) grafische Oberfläche / Terminal Log-Level der Tastenkombinationen fest legen

Im Ernstfall genügt also ein "Alt + Druck" die man nicht los lässt und das drücken der folgenden Tasten zwischen denen man immer einige Sekunden vergehen lässt "r e i s u b".

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