Linux Bibel online ~ Die richtige Distribution

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Unter Distributionen finden Sie eine Liste von Linux-Systemen die nicht alle wirklich bekannt sind, unter Distrowatch finden Sie noch viele mehr - es gibt real an die 500 verschiedene Linux-Distributionen und etwa 300 werden aktiv weiter entwickelt. Selbst wenn man sich elend lange Listen an Distributionen und deren Eigenschaften ansieht ist es vor allem für den Linux-Einsteiger schwierig zu entscheiden mit welcher Distribution man beginnen soll, dieser Beitrag soll hier ein wenig Hilfe bei der Entscheidung bringen.

Als erstes - Warum gibt es so viele Distributionen?, es liegt ganz einfach an der Grundlage von open Source, der Kernel - also der Kern des Betriebssystems ist offen, liegt in seinen Quellen da, die grafischen Desktop-Umgebungen wie auch die meiste Software ebenso. Nehmen Sie sich Windows, hier ist nichts offen, installieren Sie sich Windows 10 - etwa 2020 wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben als 10 zu installieren wenn Sie Windows weiter nutzen wollen. Sie müssen mit dem System leben wie es ist, ob Sie die digitale Assistentin Cortana, den Webbrowser Edge, den Game-Monitor der Sie beim Cheaten hindern soll oder das System das illegal kopierte Dateien und Software verhindern soll brauchen oder nicht, was auch immer noch installiert ist und Sie nicht brauchen - Sie können das meiste nicht deinstallieren. Das System ist aufgeblasen und langsam. Genau hier liegt der Unterschied zu Linux - auch hier bringen die meisten Distributionen wie etwa Debian, Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint, Fedora, open SuSE, Mageia und so weiter und so fort meist Software mit die Sie gar nicht brauchen - hier können Sie aber alles deinstallieren was Sie nicht benötigen. Nun kommen manche Nutzer auf die Idee - warum eine Distribution nehmen die alles mit hat was ich nicht brauche um dann erst wieder Software zu deinstallieren? Da erstelle ich mir doch lieber eine eigene Distribution die alles an Bord hat was ich brauche und was ich nicht brauche ist gleich zu Beginn gar nicht da. Meist geben diese Nutzer ihre Distribution dann auch im Internet frei und so kommt es dann zu einer riesigen Anzahl von Distributionen die kaum noch übersehbar ist.

Wie soll man nun vor allem als Linux-Einsteiger die richtige Auswahl treffen? Eigentlich muss man nur verstehen das die meisten Distributionen Weiterentwicklungen von bestehenden großen und bekannten Distributionen sind, Ubuntu ist beispielsweise nichts anderes als ein System das auf Debian basiert, es ist jedoch einfacher zu installieren und zu konfigurieren, es beinhaltet auch aktuellere Software als das stabile Debian. Kubuntu ist wiederum nichts anderes als Ubuntu - nur mit einer anderen grafischen Desktop-Oberfläche namens KDE die mit der von Microsoft Windows vergleichbar ist, ebenso ist dies mit Ubuntu-GNOME - hier ist wiederum Ubuntu der Unterbau und die Desktop-Oberfläche ist GNOME. Auch Linux Mint ist nichts anderes als Ubuntu, hier kommt eben die grafische Desktop-Umgebung Cinnamon zum Einsatz - auch wurde hier ein wenig Software mehr geschaffen die einiges für den Umsteiger einfacher macht, so etwa für Backups. Fedora ist wiederum nichts anderes als die freie Variante von Red Hat, Mageia eine Abspaltung von Mandriva.
Dann gibt es von Ubuntu spezielle Varianten die etwa voll auf Multimedia getrimmt sind, so etwa Ubuntu Studio - sie beinhaltet Unmengen an Multimedia-Software aller Art - die die meisten Nutzer gar nicht benötigen, dasselbe bei 64 Studio - einfach eine Distribution basierend auf Debian mit einer Unzahl von Multimedia-Software. Die Software die Sie auf diesen beiden Distributionen finden können Sie ganz einfach auf einem ganz normalen Ubuntu oder Debian über die Paket-Verwaltung aus den regulären Repositorys installieren. Die selbe Geschichte wie bei anderen Distributionen.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen Distributionen sind die Paket-Verwaltungen, die einen nutzen das DEB-Format wie etwa Debian das es entwickelt hat, zu diesen gehören auch Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint Ubuntu Budgie, Knoppix und so weiter und so fort. Dann gibt es das RPM-Format das etwa open SuSE, Fedora, Mageia und viele andere nutzen, aber auch das Tar.gz-Format wie etwa Gentoo oder Manjaro.

Nimmt man von allen bekannten Distributionen die Weiterentwicklungen heraus bleiben aus dieser Unzahl von Distributionen nicht mehr viele übrig denn diese Forks haben meist nur eine andere Desktop-Umgebung oder mehr oder weniger Software installiert die Sie auf den ursprünglichen Systemen ebenfalls ganz einfach installieren können. Sie können unter Ubuntu jede grafische Desktop-Umgebung installieren genauso wie jede Software, dasselbe bei Debian, open SuSE und so weiter.
Übrig bleiben wenn man also die ganzen Unterarten aussortiert im Großen und Ganzen Debian, Ubuntu, Linux Mint, Fedora, open SuSE, Arch Linux, Gentoo und Mandriva sowie Slackware wenn man die Großen her nimmt.

Die richtige Wahl nach Einfachheit: Man sollte vor allem zu Beginn daran denken wenn man Einsteiger ist ein einfach zu nutzendes System zu wählen, dazu zählen etwa Ubuntu und Linux Mint - hier kann der Einsteiger nicht viel falsch machen, aber auch Mandriva - besser aber Mageia - hier ist die Entwicklung gesichert bieten dem Einsteiger jeglichen Komfort. Debian, Fedora und open SuSE sind schon etwas mehr für Linux-Kenner, aber wenn man sich ein wenig Zeit nimmt können auch Einsteiger problemlos damit umgehen - aber Vorsicht - bei open SuSE ist die Paket-Verwaltung schon etwas ansprechend vor allem wenn man zusätzliche Repositorys nutzt. Zu diesen Systemen gehört auch Manjaro. Will man mehr - also wirklich die volle Kontrolle über System und Software sieht man sich bei Debian um, für noch mehr Erfahrene ist wohl Arch Linux oder noch besser Gentoo angesagt - das volle Linux-Erlebnis bekommt man bei Linux from Scratch - für Einsteiger sind die drei letzten genannten Systeme aber absolut nicht zu empfehlen.

Wahl nach Hardware: Es gibt aktuelle Rechner, es gibt ältere und sehr alte, sehr alte mit Prozessoren ohne PAE-Unterstützung - also nicht mehr Arbeitsspeicher als 4 Gigabyte nutzen können - hier läuft auch ein normales Linux-System nicht mehr, auf einem Solchen Rechner muss ein System mit einem speziellen Kernel laufen - dazu gehört etwa die Distribution Antix. Antix ist eigentlich ein ganz normales Debian - jedoch mit einem Non-PAE-Kernel, jede Software die Sie unter einem normalen Debian nutzen können läuft auch hier. Weitere Distributionen wären etwa solche die auf Puppy Linux basieren. Ist der Rechner schon etwas älter kann man auf Ubuntu setzen, hier sollte man jedoch nicht unbedingt auf KDE - also Kubuntu, GNOME oder Unity als Desktop-Umgebung setzen - hier wäre XFCE besser angesagt, oder gleich Debian. Ubuntu ist leider mit jeder Desktop-Umgebung etwas träger als Debian mit der selben. open SuSE und Fedora sollte auch auf etwas älteren Rechnern problemlos laufen. Für Mageia und Manjaro sollte dies ebenfalls gelten - laufen auf älteren Rechnern jedoch selbst mit XFCE als Desktop-Umgebung hier schon etwas träger. Auf aktuellen und sehr aktuellen bis neuester Hardware läuft insbesondere Siduction besonders gut, auch wenn es um Treiber geht die noch in keiner anderen Distribution verfügbar sind, aber auch auf älteren Rechnern macht dieses System das eigentlich Debian unstable ist selbst mit KDE noch eine sehr gute Figur. Auf aktuellen Rechnern kann man eigentlich alles einsetzen - wichtig ist eigentlich nur eine halbwegs aktuelle Distribution wie etwa Debian, Ubuntu, Linux Mint, Fedora, open SuSE, Mageia ...

Wahl nach Desktop-Umgebung: Unter Linux gibt es nicht wie unter Microsoft Windows nur eine einzige grafische Desktop-Oberfläche - es gibt sie ohne Ende, die eine ist optisch sehr verspielt und wirft nur so mit Effekten herum wie etwa KDE:

KDE Plasma 5

KDE Plasma 5

Halbwegs aktuelle Hardware und mindestens 2 Gigabyte Arbeitsspeicher sollte man jedoch dazu im Rechner verbaut haben, dann wäre da noch GNOME das ein ganz anderes Konzept aufweist und eher für kleinere Bildschirme erstellt worden ist:

GNOME 3

GNOME 3

Auch hier sollte man halbwegs aktuelle Hardware sowie zumindest eine 3D-Grafikkarte eingebaut haben, ansonsten ist dieser Desktop sehr langsam - dies gilt ebenfalls für Ubuntus Unity-Desktop:

Unity

Unity

Eher auf älteren Rechnern, auch ohne 3D-Grafikkarte läuft XFCE als Desktop-Umgebung sehr flüssig:

XFCE

XFCE

Dieser Desktop kommt auch problemlos mit weniger als 600 Megabyte RAM klar, besitzt jedoch ohne Umstände keine auffälligen Desktop-Effekte, lässt sich jedoch sehr gut konfigurieren und kommt in dieser Hinsicht fast an KDE heran. Cinnamon - der Standard-Desktop von Linux Mint den Sie aber auch unter Debian und so weiter nutzen können benötigt unbedingt eine 3D-Grafikkarte - läuft ansonsten extrem langsam, ist mit Desktop-Effekten gut ausgestattet und lässt sich auch gut konfigurieren, etwas aktuellere Hardware ist dabei aber angesagt:

Cinnamon

Cinnamon

Budgie ist auch auf älteren Rechnern schnell unterwegs, ist sparsam mit den Ressourcen des Rechners, klar und aufgeräumt:

Budgie

WindowMaker hingegen läuft selbst auf den ältesten Rechnern mit 100 Megabyte RAM Arbeitsspeicher extrem schnell und bietet trotzdem allen Komfort:

WindowMaker

WindowMaker

Aber auch Enlightenment kommt mit sehr alter Hardware entsprechend zurecht und ist optisch anders als alle anderen und sehr verspielt:

Enlightenment

Enlightenment

Extrem interessant für Freunde von Tastenkombinationen ist wohl i3 - hier hat die Maus mit dem Fenster-Management schon gar nichts mehr zu tun:

i3

i3

Theoretisch sollten sich alle Desktops unter fast allen Distributionen nutzen lassen, mehr dazu finden Sie im Menü "Distributionen & Desktops".

Wahl nach Software-Ausstattung und Treibern, aktueller Software: Immer wieder wichtig ist es natürlich wie viel Software lässt sich ganz einfach per Klick nach installieren, welche Distribution hat die aktuellsten Treiber und Software? Das stabile Debian ist hier sehr konservativ, hier wird stabile Software, Kernel und Treiber eingesetzt - man hat also unbedingt ein funktionierendes System mit gut getesteter Software, aktuellste Treiber sucht man jedoch vergebens wie natürlich auch aktuellster Software. Dafür hat Debian wohl das größte Software-Archiv über das sich Software ganz einfach per Klick installieren lässt. Ubuntu ist ein Abkömmling von Debian, alle sechs Monate gibt es eine neue Version die sich wie auch Debian ohne ein neues Medium zur Installation auf die neue Version aktualisieren lässt, Software und Treiber sind jedoch durch den kurzen Release-Zyklus um einiges aktueller - dafür ist die Software auch möglicherweise nicht so stabil und ausgereift wie die von Debian - hier gibt es jedoch noch die Möglichkeit die LTS-Version zu nutzen die etwa einen Release-Zyklus von Debian hat, die einfach zu installierende Software hat in etwa den Umfang von Debian. Linux Mint ist durch die Basis von Ubuntu auch mit Ubuntu zu vergleichen, hat jedoch keinen sechsmonatigen Release-Zyklus mehr sondern folgt dem der Ubuntu-LTS-Versionen, auch der Umfang der einfach nach zu installierenden Software entspricht der von Ubuntu. open SuSE hat nun einen Releas-Zyklus von etwa einem Jahr, die Software ist ansprechend stabil -dazu gehören auch die Treiber und der Kernel, jedoch lässt sich auf den ersten Blick nicht so viel Software nach installieren aus den vorhandene Repositorys - erhöht wird die Zahl der nutzbaren Software jedoch durch den Buid-Service dieser Distribution den Sie unter Build Service finden, geben Sie einfach den Namen der Software ein - diese muss jedoch nicht unbedingt so stabil sein. Fedora hat ein nicht ganz so großes Repository um Software einfach nach zu installieren - in Dingen Treiber jedoch kein Problem, da es von dieser Distribution jedoch alle sechs Monate ein neues Release gibt ist die Software sehr aktuell, dasselbe gilt für Mageia. Slackware, Gentoo und Arch Linux haben große Repositorys, die Software die man unter Slackware nachinstallieren kann ist jedoch auf Grund des Release-Zyklus von etwa drei Jahren nicht sonderlich aktuell - hier gilt allerdings auch höchste Stabilität und Sicherheit. Die nach installierbare Software von Arch und Gentoo bringen hingegen aktuellste Software. Den größten Software-Umfang hingegen bietet wohl Siduction und vor allem auch sehr aktuelle - wenn ich bisher mit mancher Hardware Probleme hatte Linux zu installieren oder Hardware nicht zum laufen brachte - mit Debian unstable funktionierte es. Manjaro hat da basierend auf Arch Linux ein sehr großes und aktuelles Software-Repository - die Software aus den Community-Repositorys muss jedoch nicht unbedingt stabil sein.

Die Auswahl: Im Grunde genommen kann man nun ganz einfach sagen - die Distributionen unterscheiden sich hauptsächlich durch den standardmäßig eingesetzten Desktop - den man jedoch durch den gewünschten ersetzen kann, meist bieten die Distributionen auch gleich mehrere Images mit unterschiedlichen Desktop-Oberflächen an. Wenn es um sehr alte Hardware geht schlage ich Antix vor - hier ist auch die Lernkurve für den Einsteiger nicht sehr hoch, hat man halbwegs aktuelle bis neue Hardware kann man als Einsteiger problemlos Ubuntu, Linux Mint oder auf Manjaro setzen - wobei bei Manjaro mehr Aufwand nötig ist, es gilt vor allem Treiber selbst zu installieren - hierfür hat Manjaro jedoch durch Arch Linux eine sehr gute und ausführliche Dokumentation. Will man mehr als nur einen Desktop, zum Beispiel einen Server der natürlich auch sicher und stabil sein soll oder auch nur einfach einen sehr stabilen Desktop sollte man auf Debian setzen, auch ist hier die Einstiegshürde nicht allzu groß.

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