Linux Bibel online ~ Debian upgraden

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Selbst unter Microsoft Windows ist man drauf gekommen das man ein System ganz einfach über das Internet von einer älteren Version auf eine neuere aktualisieren kann - so geschehen von Windows 7, 8, 8.x auf Windows 10. Unter vielen Linux-Distributionen ist dies sogar absolut üblich - dazu zählen alle auf Debian basierenden Distributionen zu denen natürlich auch Ubuntu, Kubuntu und Linux Mint gehören. Gibt es eine neue Version dieser und weiterer Systeme lassen sich diese ganz einfach aus dem laufenden System heraus auf die neue aktualisieren ohne das man dazu einen neuen Datenträger zur Aktualisierung benötigt, im Grunde genommen kann man sogar ganz einfach während der Aktualisierung weiter arbeiten.

Unter direkt auf Ubuntu basierenden Systemen meldet sich dazu einfach die Software über die sich das System aktualisieren lässt und bietet an das System gleich komplett auf die neue Version zu hieven, alles grafisch - mehr als ein Klick und die Eingabe des Administrator-Passwortes ist dazu nicht nötig - den Rest übernimmt das System. Unter dem reinrassigen Debian hingegen meldet sich kein Icon das Ihnen zeigt jetzt wäre eine neue Version des Systems verfügbar - Debian ist einfach gesagt pures Administrator-Vergnügen, alles bleibt dem Machthaber des Systems vor behalten. Doch selbst hier ist es schnell und einfach möglich das Versions-Upgrade durch zu führen - dies werden wir nun hier in diesem Beitrag besprechen.

Mit dem Distributions-Upgrade lässt sich Debian nicht nur auf eine komplett neue Version aktualisieren wie es beispielsweise im Jahr 2017 von Debian 8 (Jessie) auf Debian 9 (Strech) möglich sein wird sondern auch gleich auf eine der bisherigen Versionen. Wie man weiß geschieht die Entwicklung von Debian in drei Zyklen, aktuellste Software landet in der Distribution Sid - hier werden Pakete getestet so lange bis diese als relativ stabil angesehen werden - solche landet dann in der Distribution Testing die den Namen des nächsten stabilen Debian trägt - aktuell nennt sich diese Distribution "Stretch", ist die Software im Zusammenspiel mit der restlichen Software ausreichend stabil wird daraus Debian Stable. Auch wenn man jetzt Debian Stable - aktuell also Debian 8 Jessie verwendet könnte man selbst jetzt schon auf Debian 9 Stretch aktualisieren (diese Webseite wurde unter Debian 9 entwickelt), oder natürlich auch gleich auf Debian Sid.

Vorbereitungen

Als erstes sollte man unter allen Umständen seine wichtigsten Daten sichern, auch wenn die Aktualisierung in der Regel problemlos verläuft kann der Strom ausfallen und so manche andere unvorhergesehene Dinge. Wie dies einfach und schnell funktioniert lesen Sie auf der Linux Bibel im Beitrag Daten sichern und wieder herstellen.

Nach der Sicherung der Daten und Software gilt es erst einmal das System auf den neuesten Stand zu bringen - ein kleiner Tipp gleich zu Beginn - stellen Sie in den Repositorys - also in der "sources.list" (dazu auch mehr unter den Repoditorys) den Namen der Distribution um. Hier steht im stabilen Debian in der Regel einfach nur "stable" - stehen sollte hier jedoch der Name der Distribution - im aktuellen Fall also "jessie". Aktuell ist dies kein Problem, doch wenn Stable zu Oldstable wird - also Debian Strech zu Stable wird kann dies etwas problematischer werden. Hier eine typische "sources.list" von Jessie:

deb http://security.debian.org/debian-security stable/updates main deb-src http://security.debian.org/debian-security stable/updates main # stretch-updates, previously known as 'volatile' # A network mirror was not selected during install. The following entries # are provided as examples, but you should amend them as appropriate # for your mirror of choice. # deb http://ftp.debian.org/debian/ stable-updates main contrib non-free deb-src http://ftp.debian.org/debian/ stable-updates main contrib non-free # stretch-backports, previously on backports.debian.org # A network mirror was not selected during install. The following entries # are provided as examples, but you should amend them as appropriate # for your mirror of choice. # # deb http://ftp.debian.org/debian/ jessie-backports main # deb-src http://ftp.debian.org/debian/ jessie-backports main deb http://ftp.debian.org/debian/ stable main contrib non-free

Alles was hier auf "stable" weist, also alles was fett markiert ist gehört auf den Namen der aktuellen Distribution gestellt, unter Jessie also ganz einfach auf "jessie" gesetzt:

deb http://security.debian.org/debian-security jessie/updates main deb-src http://security.debian.org/debian-security stretch/updates main # stretch-updates, previously known as 'volatile' # A network mirror was not selected during install. The following entries # are provided as examples, but you should amend them as appropriate # for your mirror of choice. # deb http://ftp.debian.org/debian/ jessie-updates main contrib non-free deb-src http://ftp.debian.org/debian/ jessie-updates main contrib non-free # stretch-backports, previously on backports.debian.org # A network mirror was not selected during install. The following entries # are provided as examples, but you should amend them as appropriate # for your mirror of choice. # # deb http://ftp.debian.org/debian/ jessie-backports main # deb-src http://ftp.debian.org/debian/ jessie-backports main deb http://ftp.debian.org/debian/ jessie main contrib non-free

Nun aktualisiert man das System auf den neuesten Stand:

apt-get update apt-get upgrade apt-get dist-upgrade apt-get clean

Nach der Aktualisierung gilt es die "sources.list" auf die neue Version der Distribution zu stellen, im Fall von Debian 9 Stretch also auf "stretch":

deb http://security.debian.org/debian-security stretch/updates main deb-src http://security.debian.org/debian-security stretch/updates main # stretch-updates, previously known as 'volatile' # A network mirror was not selected during install. The following entries # are provided as examples, but you should amend them as appropriate # for your mirror of choice. # deb http://ftp.debian.org/debian/ stretch-updates main contrib non-free deb-src http://ftp.debian.org/debian/ stretch-updates main contrib non-free # stretch-backports, previously on backports.debian.org # A network mirror was not selected during install. The following entries # are provided as examples, but you should amend them as appropriate # for your mirror of choice. # # deb http://ftp.debian.org/debian/ stretch-backports main # deb-src http://ftp.debian.org/debian/ stretch-backports main deb http://ftp.debian.org/debian/ stretch main contrib non-free

Nun sollten Sie auf jeden Fall auf das virtuelle Terminal wechseln, also grob gesagt die grafische Oberfläche verlassen - denn wenn das Update angestoßen wird kann es durchaus sein das das Terminal im Fenster während der Aktualisierung oder die grafische Oberfläche während dieser einfach abgeschossen wird, dies würde zwar bedeuten das die Aktualisierung weiter läuft - Sie jedoch keine Möglichkeit mehr haben weiter einzugreifen. Man wechselt also mit der Tastenkombination "Strg + Alt + F1" von der grafischen Oberfläche auf das virtuelle Terminal.

Melden Sie sich am Terminal mit Benutzernamen an und drücken die Eingabe-Taste, geben Sie das Passwort an und werden dann zum Nutzer root und starten das Aktualisieren der Quellen:

apt-get update

Sind die Quellen aktualisiert sollte man die Aktualisierung nicht gleich direkt starten, um allen möglichen Problemen aus dem Weg zu gehen lädt man sich als erstes einmal alle Pakete herunter ohne diese gleich zu installieren - dazu dient die Option "-d" die für "Pakete nur herunter laden" steht:

apt-get upgrade -d apt-get dist-upgrade -d

Wurden nun alle Pakete herunter geladen kann man die Aktualisierung starten, wenn man dies wünscht kann man die Aktualisierung auch nur simulieren - dies bedeutet die Paket-Verwaltung zeigt an was mit jedem einzelnen Paket passieren würde wenn man die Aktualisierung tatsächlich starten würde, dies geschieht durch die Option "-s":

apt-get upgrade -s apt-get dist-upgrade -s

Da die Ausgabe sehr lange sein wird sollte man diese per Pipe in einen Text-Reader schieben um so besser scrollen zu können:

apt-get upgrade -s | less apt-get dist-upgrade -s | less

Per Leertaste oder den Pfeil-Tasten scrollt man durch die Ausgabe und mittels der Taste "q" beendet man Less wieder.

Die Aktualisierung

Hat man nun alle Pakete herunter geladen kann man die Aktualisierung starten, es könnte sogar die Internet-Verbindung abbrechen ohne das man in Schwierigkeiten kommen würde.

!!!Wichtig!!! Haben Sie die Aktualisierung einmal gestartet dürfen Sie diese nicht unterbrechen, also auf keinen Fall den Rechner abschalten oder neu starten - dies würde unweigerlich zu einem nicht mehr startenden System führen - dann hilft nur noch ein Live-System um die Aktualisierung weiter durch zu führen.

Die Aktualisierung selbst starten Sie ganz einfach durch den Befehl:

apt-get upgrade

Dadurch werden nun alle nicht für das System relevanten Pakete aktualisiert, also etwa Software für den Anwender. Ist dies abgeschlossen startet man die Aktualisierung des Systems selbst:

apt-get dist-upgrade

Hiermit folgen nun Kernel und eben weitere wichtige Software die direkt das System betreffen.

Hin und wieder kann es nun vor kommen das Pakete mit anderen kollidieren und so Probleme entstehen - starten Sie in solchen Fällen ganz einfach den Befehl:

apt-get install -f

Die Paket-Verwaltung löst nun Probleme selbst auf, ist dies geschehen machen Sie dort weiter wo Sie aufgehört haben:

apt-get update apt-get upgrade apt-get dist-upgrade

Starten Sie den Vorgang zum lösen von Problemen so lange bis die Aktualisierung vollkommen durch gelaufen ist. Manchmal kommt es auch vor das bei Paketen gewisse Informationen angezeigt werden, so etwa wenn neue Zertifikate eingespielt werden - lesen Sie die Infos wenn gewünscht durch und beenden das Anzeigen mit der Taste "q" - die Aktualisierung läuft automatisch weiter.

Sollte es Probleme geben zeigt die Paket-Verwaltung diese automatisch an, etwa auch wenn eine Software neue Dateien zur Konfiguration mit bringt - dies wird etwa dann vor kommen wenn Sie eine solche selbst verändert haben, die Paket-Verwaltung wird in einem solchen Fall fragen ob die alte durch die neue überschrieben werden soll oder die alte bestehen bleibt. Sie können dies machen wie Sie wollen - ich würde mir von der alten eine Kopie anlegen und die neue installieren, die neue dann wieder mit den eigenen Wünschen füllen (dazu gleich mehr).

Haben Sie die Aktualisierung komplett abgeschlossen können Sie per Tastenkombination "Strg + Alt + F7" wieder auf die grafische Oberfläche zurück kehren oder das System durch den Befehl:

reboot

neu starten - dies ist natürlich sinnvoller.

Probleme lösen

Bei der Aktualisierung wurden schon einige kleine Probleme besprochen - sind Sie sich bei einem Problem oder bei einer Frage des Systems nicht sicher - lassen Sie sich einfach helfen. Sie haben noch einige weitere virtuelle Terminals auf denen Sie andere Dinge lösen können. Wenn Sie nach meinen Vorschlägen vor gegangen Sind befinden Sie sich auf dem ersten virtuellen Terminal - schalten Sie per Tastenkombination "Strg + Alt + F2" bis "F6" auf ein weiteres virtuelles Terminal, melden sich dort an und schauen sich die Hilfen im Internet an - etwa mit dem Webbrowser für das Terminal Links2. Auch können Sie etwa wie vorher schon beschrieben auf einem weiteren virtuellen Terminal Kopien von Dateien zur Konfiguration anlegen - dazu mehr auf Terminal.

Das Upgrade von direkt auf Debian basierenden Systemen mag zwar etwas mehr Interaktion vom Nutzer ab verlangen als etwa der grafische und völlig automatische von Ubuntu, Kubuntu und Co - aber hier haben Sie Möglichkeiten zum Eingriff, läuft beim automatischen Upgrade von Ubuntu etwas schief - keine Möglichkeit.

Mehr Tipps rund um das Terminal finden Sie im Linux Bibel Terminal-Wiki

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