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Egal welches Betriebssystem auf einem Rechner/Notebook installiert ist - sobald sich ein Mainboard, Motherboard oder auch einfach nur Hauptplatine genannte Platine im System befindet - ist darauf ein minimales Betriebssystem namens BIOS oder auf aktuellen Systemen das EFI oder UEFI installiert. Dies ist wie schon beschrieben eine Art winziges Betriebssystem das dafür sorgt das etwa die Energie-Verwaltung grundlegend funktioniert, sich Festplatten überhaupt drehen oder irgend etwas auch nur irgendwie läuft, es sorgt etwa auch dafür das falls Hardware, beispielsweise der Lüfter nicht funktioniert das sich das Notebook abschaltet um die Hardware nicht zu beschädigen.

Nun ist es so das auch beim BIOS/UEFI nicht alles gleich beim ersten Mal fehlerfrei programmiert wird und alles optimal läuft - auch hier gibt es hin und wieder Updates, um solche Updates unter Linux wollen wir uns in diesem Beitrag kümmern.

Eine kleine Warnung im Voraus, das Update des BIOS/UEFI ist immer ein kleines Risiko egal auf welchem Rechner welcher Marke oder unter welchem Betriebssystem man dieses vornimmt. Bricht die Stromversorgung ab, stürzt das Betriebssystem während des Updates ab (ich hatte in 17 Jahren mit Linux zwar keinen einzigen Absturz) oder wird das Update aus irgendeinem sonstigen Grund unterbrochen ist es leicht möglich das der Rechner nur noch fehlerhaft bis gar nicht mehr funktioniert und mir ist kein Hersteller bekannt der in einem solchen Fall die Haftung übernimmt - auch nicht unter Windows.

Es gibt verschiedene Arten das BIOS/UEFI vorzunehmen und jede birgt die oben genannte Gefahren, manche Hersteller machen es dem Nutzer einfach und manche scheren sich ehrlich gesagt einen Dreck um Linux - möglich ist es aber auch unter Linux auf jeden Fall. Die Art des Updates bestimmt auf jeden Fall der Hersteller der Hardware - darauf hat Linux so gut wie keinen Einfluss, wir werden hier alle Arten besprechen.

Vorarbeiten

Als erstes wollen wir uns einmal ansehen welche Version des BIOS/UEFI auf unserer Hauptplatine eigentlich installiert ist, dazu benötigen wir die Software "dmidecode" die unter normalen Umständen auf jedem Linux-System installiert ist - ist dies nicht der Fall gelingt die Installation unter auf Debian basierenden Systemen wie natürlich auch Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das oben genannte Paket.

Um die Version zu erfahren starten wir als Administrator auf dem Terminal den Befehl:

dmidecode -s bios-version

Als Ausgabe erhalten wir die installierte Version, als kleines Beispiel:

A17

Was wir nun noch wissen müssen ist ob es für unseren Rechner eine neuere Version gibt oder nicht, wir besuchen also die Homepage des Herstellers unseres Rechners, suchen dort nach dem Support für Treiber und Firmware, geben in der Suche das Modell und wenn nötig die Seriennummer ein die wir am Typenschild unseres Rechners finden - wichtig ist es absolut nur solche Dateien herunter zu laden die zu 100 Prozent zu unserer Hardware passen. In der Ausgabe finden wir dann meist auch die Aktualisierung für das BIOS oder eben das UEFI sowie natürlich auch die Versionsnummer der Aktualisierung - ist diese höher als unsere installierte laden wir diese Datei herunter. Meist handelt es sich dabei um ein komprimiertes Archiv das es einfach nur zu entpacken gilt.

Haben wir unsere Datei entpackt wissen wir auch schon wie einfach es der Hersteller es Linux-Nutzern macht das BIOS/UEFI zu aktualisieren. Als mögliche Dateien könnten wir ".img", ".rom", ".iso", ".exe" oder ".dat" erhalten. Sie erkennen sicherlich die letzten beiden Ergebnisse - der Hersteller pfeift auf Linux-Nutzer, aber auch bei ROM-Dateien ist es nicht viel anders. Hier nun die passenden Methoden:

Update per CD/USB

Die einfachste und solange der Strom nicht ausfällt auch die sicherste Methode - selbst unter Windows. Sie erhalten von Ihrem Hersteller der Hardware per Download eine Datei mit der Endung ".iso" oder ".img", diese Datei brennen Sie auf eine CD oder DVD, kopieren diese passend auf einen USB-Stik oder eine Speicherkarte und starten den Rechner davon, nötigenfalls müssen Sie höchstens noch die Bootreihenfolge des Rechners auf das jeweilige Medium anpassen, der Rest geschieht je nach Hersteller dann meist automatisch oder zumindest nach Bestätigung. Wichtig ist es nicht einfach die Datei auf ein Medium zu brennen oder zu kopieren sondern das Medium bootfähig zu erstellen, mehr dazu finden Sie auf der Linux Bibel unter Images.

Update per Flashrom

Die wohl eleganteste Form des BIOS-UEFI-Updates unter Linux derzeit - sofern die Hardware von Flashrom unterstützt wird. Man hat vom Hersteller eine Datei mit der Endung ".rom" oder ".dat" herunter geladen. Um dies zu installieren installiert man sich zuerst über die Paket-Verwaltung das Paket "flashrom", man startet das Terminal und findet heraus ob das System von der Software unterstützt wird, dazu nutzt man als Administrator den Befehl:

flashrom -L

Findet sich die Hardware in der Auflistung - bitte komplett durch scrollen und dahinter ein "OK" haben wir die ganze Geschichte schon fast überstanden. Wir erstellen uns wieder als Administrator nötigenfalls eine Kopie der bereits installierten Firmware durch den Befehl:

flashrom -r bios_original.dat

wobei die Endung natürlich auch ".rom" sein könnte - wie man selbst will. Nun starten wir das Update, im Beispiel habe ich hier die Update-Datei "bios-update.rom" in meinem Home-Verzeichnis liegen - also "/home/robert/bios_update.rom" - natürlich ebenfalls als Administrator durch den Befehl:

flashrom -w /home/robert/bios_update.rom

DOS-Update - funktioniert auf jeden Fall

Ist keine der beiden zuvor genannten Varianten möglich gelingt auf jeden Fall dieses Update, Sie haben also beispielsweise eine ".exe" oder eine ".msi" oder ".dat" herunter geladen und wollen diese Version installieren. Was Sie benötigen ist ein USB-Stick auf dem sich keine Daten mehr finden die Sie benötigen. Formatieren Sie den kompletten Stick mit dem Dateisystem "FAT32", nun kopieren Sie die entpackte Datei direkt auf den zuvor formatierten Stick und entfernen diesen !sicher!, schließen Sie den Stick wieder an und starten den Rechner neu von diesem Stick - eventuell müssen Sie die Bootreihenfolge dazu ändern. Erscheint nun ein Menü indem Sie auswählen können "BIOS Setup / BIOS Flash Update" haben Sie schon gewonnen, navigieren Sie mit den Pfeil-Tasten auf das Flash-Update und bestätigen mit der Eingabe-Taste, navigieren Sie zum USB-Stick und wählen die Datei - bestätigen Sie wieder, ist der Vorgang abgeschlossen starten Sie den Rechner über das Menü neu. Dies funktioniert bei den meisten aktuellen Rechnern.

Funktioniert die voran gegangene Variante nicht - erscheint also das Menü nicht gilt es sich einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen - dies funktioniert zur Zeit meist nur mit einem USB2.0-Stick. Installieren Sie sich auf Ihrem System die Software Unetbootin und starten die Anwendung bei angeschlossenem Stick, aktivieren Sie die Option "Distribution" und wählen "FreeDOS" und installieren dieses System mit der Software auf dem Stick. Ist dieser Vorgang abgeschlossen erstellen Sie auf dem Stick ein weiteres Verzeichnis namens "BIOS" - kopieren Sie die BIOS-Update-Datei in dieses Verzeichnis, entfernen Sie den Stick sicher und schließen diesen wieder an - starten Sie den Rechner erneut und wählen im Boot-Menü den Stick mit dem FreeDOS-System. Wählen Sie hier die Option "fdos" und anschließend den "safemode" oder "FreeDOS Live-CD" aber !nicht! "Load FreeDOS to the Harddrive" - damit ruinieren Sie Ihr installiertes System.

Nun erscheint der Eingabe-Prompt des FreeDOS-Systems:

A:\>

Wechseln Sie nun mit der Eingabe:

C:\BIOS

und Bestätigung mit der Eingabe-Taste in das Verzeichnis mit der BIOS-Update-Datei, markieren Sie mit den Pfeiltasten die Datei und bestätigen wieder - das Update beginnt. Warten Sie den Vorgang ab und starten danach den Rechner ohne Stick neu.

Noch besser?

Je nach Version des Betriebssystems und Aktualität der Hardware - genauer gesagt Systeme ab Baujahr 2015 und ab UEFI 2.5 sucht beispielsweise Ubuntu 16.04 bereits selbstständig nach Updates für das UEFI und installiert diese auch - entsprechende Meldungen erfolgen. Welche Hardware dafür tatsächlich auch infrage kommt zeigt meist die Homepage des jeweiligen Herstellers - hier etwa Dell.

Am einfachsten

Am einfachsten wäre natürlich eine extra Festplatte mit installiertem Windows die man für den Update-Vorgang statt einer mit Linux einbaut wenn es um EXE-Dateien geht und nach dem Update wieder austauscht. Aber ehrlich gesagt verseuche ich mir seit dem Jahr 2000 keine Datenträger mehr mit Windows und dies wird auch so bleiben .

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