Linux Bibel online ~ Komprimierte Archive

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Komprimierte Archive sind nichts anderes als eine spezielle Form von Verzeichnissen deren Inhalt sagen wir einmal zusammen gepresst wird, man nutzt solche um etwa Platz auf der Festplatte zu sparen oder beim Versenden - etwa in Emails nicht allzu großen Traffik zu verursachen.

Wie gelingt es nun eigentlich Dateien zu komprimieren? Viele Datei-Formate sind sehr aufgebläht, verschwenden sinnlos Platz, beinhalten unnötige Informationen - genau solche Informationen werden dann zusammen gepresst, freier Platz entfernt - etwa viele Leerzeichen in einer Textdatei - dieser Platz verschwindet nicht einfach sondern wird im Archiv gespeichert und beim Entpacken wieder in ursprünglicher Form her gestellt. Dies funktioniert auch bei Bildern und vielen anderen Datei-Formaten - denn auch diese bestehen nur aus Zeichen und Zahlen. Je nach Datei-Format funktioniert dies dann besser oder schlechter.

Unter Microsoft Windows ist das bekannteste Archiv-Format das so genannte ZIP, aber auch RAR ist sehr beliebt, dazu geeignete Software wäre etwa Winzip oder Winrar. Unter Linux sind hierzu noch viel mehr Formate anzutreffen die je alle ihre unterschiedlichen Eigenschaften besitzen und nach diesen auch genutzt werden.

Gleich einmal zu Beginn - jedes Format das unter Microsoft Windows genutzt werden kann lässt sich auch unter Linux problemlos verwenden. In diesem Beitrag werden wir uns nun die bekanntesten Archiv-Formate ansehen, welche Software man dazu benötigt und wie man diese verwendet.

Bekannte Formate

Zu den bereits genannten ZIP und RAR gesellen sich wie schon beschrieben noch so einige weitere - die bekanntesten dazu wären GZIP, BZIP2, TAR, 7ZIP und noch viele weitere.

Benötigte Software

Die meisten großen Desktop-Umgebungen wie etwa KDE bringen passende Software gleich mit um die bekanntesten Archiv-Formate gleich zu erstellen oder zu entpacken - dazu findet sich unter KDE gleich einmal ark oder unter GNOME und Unity (Ubuntu) file-roller das sich auch unter allen anderen Desktop-Umgebungen problemlos nutzen lässt, zudem gibt es auch noch das Tool xarchiver. Dazu gibt es noch so einige mehr die wir in diesem Beitrag kennen lernen werden. Diese grafischen Oberflächen öffnen sich gleich automatisch wenn man auf eine Archiv-Datei klickt um sie etwa zu entpacken. Wie schon beschrieben handelt es sich bei den genannten Anwendungen um grafische Oberflächen, diese arbeiten mit installierten Terminal-Anwendungen zusammen, nutzen diese als Plugins. Um wirklich alle bekannten Archiv-Formate erstellen oder entpacken zu können installiert man sich nun einfach unter auf Debian basierenden Linux-Distributionen folgende Pakete über die Paket-Verwaltung: unrar oder unrar-nonfree, rar, p7zip-full, bzip2, unar, arj, unace, unalz, unzip und zip.

Ark & File-Roller

In grafischen Desktop-Umgebungen wie KDE und GNOME, Ubuntu, XFCE sowie den vielen weiteren sind meist schon die passenden grafischen Werkzeuge vorhanden, unter Umgebungen in denen sich eine solche Software nicht findet (einfach einmal auf ein komprimiertes Archiv klicken - öffnet sich Software ist diese installiert) installieren Sie einfach über die Paket-Verwaltung das Paket "file-roller". Unter KDE findet sich wie oben schon beschrieben die Software Ark - sie ist automatisch installiert und kann je nach installierten Plugins (sie benötigte Software) auch mit entsprechenden Archiv-Dateien umgehen. Ebenso verläuft dies mit der Software File-Roller.

Ark: Unter KDE finden Sie die Software im Anwendungsmenü im Bereich "Dienstprogramme", alternativ starten Sie die Software über den Schnellstarter (Alt + F2) oder über das Terminal durch den Befehl:

ark

Ark - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Ark - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Wählen Sie im Menü "Archiv / Öffnen" das zu entpackende Archiv und schon können Sie das Archiv über das Menü "Datei" entpacken. Der einfachere Weg ist natürlich indem man das entsprechende Archiv im Dateimanager rechts anklickt und "Entpacken" wählt:

Ark - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Ark - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Hier haben Sie nun mehrere Möglichkeiten, unter anderem natürlich das Archiv an Ort und Stelle zu entpacken. Um ein Archiv mit Ark zu erstellen markieren Sie einfach die gewünschten Dateien oder Verzeichnisse und klicken diese nun ebenfalls rechts an und wählen "Komprimieren":

Ark - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Ark - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Wählen Sie den Eintrag "Komprimieren nach" haben Sie die Möglichkeit weitere Formate zu erstellen. Bisher kann man mit Ark noch keine Archive erstellen und diese mit einem Passwort versehen.

File-Roller: File-Roller ist die grafische Oberfläche für viele weitere Desktop-Umgebungen. Öffnen Sie den jeweiligen Dateimanager und markieren die gewünschten Dateien oder Verzeichnisse und klicken diese danach mit der rechten Maustaste an - wählen Sie "Archiv erstellen":

File-Roller - die Software für komprimierte Archive unter Linux

File-Roller - die Software für komprimierte Archive unter Linux

Hier wählen Sie nun das passende Format - unter den "Erweiterten Einstellungen" lässt sich bei möglichen Formaten ein Passwort fest legen.

Um ein vorhandenes Archiv zu entpacken klicken Sie es einfach rechts an und wählen "Entpacken"

Komprimierte Archive am Terminal

Auch am Terminal haben komprimierte Archive absolut ihre Berechtigung - und gerade hier geht die Post erst richtig ab. Nehmen wir an Sie haben einen Webserver im Internet gemietet und haben einen Haufen einzelner Dateien auf diesen zu kopieren oder zu verschieben, FTP und SSH benötigen gerade für viele einzelne kleine Dateien sehr lange - schneller geht es mit einer einzelnen Datei. Am einfachsten natürlich ein komprimiertes Archiv, am lokalen Rechner komprimieren, hoch jagen auf den Server und dort ganz einfach wieder entpacken. Auch hier gibt es natürlich die unterschiedlichsten Werkzeuge für die unterschiedlichen Formate - diese werden wir uns nun näher ansehen.

ZIP: Für die unter Microsoft Windows sehr bekannten ZIP-Dateien nutzt man unter Linux die Terminal-Werkzeuge zip zum erstellen von solcher Dateien und zum entpacken unzip.

Um beispielsweise aus der Datei "bild.jpeg" das Archiv "bild.zip" zu erstellen genügt der Befehl:

zip bild.zip bild.jpeg

Für mehrere Dateien gibt man diese einfach der Reihe nach durch ein Leerzeichen getrennt an:

zip bilder.zip datei_1.jpeg datei_2.jpeg datei_3.jpeg

Die selbe Geschichte mit einem oder mehreren Verzeichnissen:

zip verzeichnis.zip verzeichnis_1 verzeichnis_2 verzeichnis_3

Möchte man zur Sicherheit auch noch ein Passwort vergeben ohne das man das Archiv nicht öffnen / entpacken kann nutzt man zusätzlich die Option "-e":

zip -e dateiname.zip datei.jpeg

Man wird nach dem Passwort gefragt und gibt es ein - fertig. Um ZIP-Dateien zu entpacken hingegen nutzt man wie schon beschrieben die Software unzip. Als kleines Beispiel möchte ich die Datei "beispiel.zip" in das aktuelle Verzeichnis entpacken:

unzip beispiel.zip

Um den Inhalt des Archivs in eine anderes Verzeichnis zu entpacken nutzt man die Option "-d /pfad/zum/Verzeichnis" - etwa:

unzip beispiel.zip -d /home/robert/Dokumente

Man kann natürlich auch nur den Inhalt betrachten - dazu dient die Option "-l":

unzip -l beispiel.zip

Noch so einige weitere nützliche Optionen zeigt natürlich die Manpage der Software mittels:

man unzip


RAR: Das zweite unter Microsoft gerade noch bekannte Archiv-Format sind RAR-Archive, es hat eine um einiges bessere Kompression als das ZIP-Format. Um RAR-Archive zu erstellen nutzt man das Werkzeug rar und zum entpacken unrar. Als Beispiel möchte ich die Datei "bild.gif" in ein RAR-Archiv namens "bild.rar" komprimieren:

rar a bild.rar bild.gif

Auch hier mit mehreren Dateien oder Verzeichnissen:

rar a bilder.rar bild_1.gif bild_2.gif bild_3.gif

Möchte man ein Passwort beim Erstellen des Archivs setzen nutzt man zusätzlich die Option "-p", noch besser ist die Option "-hp" - hierbei lässt sich nicht nur das Entpacken ohne Passwort nicht erlauben sondern nicht einmal der Inhalt ansehen:

rar a -hp bild.rar bild.gif

Auch hier bringt die Manpage des Befehls natürlich noch einige weitere nützliche Optionen.

Zum Entpacken nutzt man wie schon beschrieben die Software unrar. Als Beispiel möchte ich das Archiv "beispiel.rar" entpacken:

unrar x beispiel.rar

Wird das Archiv von einem Passwort geschützt wird dieses natürlich abgefragt.


GZIP: GZIP kann nur eine einzelne Datei komprimieren und wird unter Linux vor allem genutzt um etwa Dokumentationen zu komprimieren. Als Beispiel möchte ich die Datei "Hilfe.txt" komprimieren - Vorsicht - hierbei wird die originale Datei komprimiert also keine Kopie davon:

gzip -c Hilfe.txt

Die daraus folgende Datei nennt sich nun "Hilfe.txt.gz", möchte man hingegen die originale Datei nicht komprimieren nutzt man die Option "-k":

gzip -k Hilfe.txt

Zum Entpacken hingegen nutzt man die Software gunzip die ebenso einfach funktioniert, ich möchte die Datei "Hilfe.txt.gz" entpacken:

gunzip Hilfe.txt.gz


BZIP2: BZIP2 kann wie GZIP nur eine Datei komprimieren - hat jedoch einen höheren Grad der Komprimierung, kann jedoch wie GZIP keine Verzeichnisse komprimieren. Als Beispiel möchte ich aus der Datei "bild.png" das Archiv "bild.bz2" erstellen:

bzip2 bild.png

Daraus wird aus der originalen Datei die komprimierte Datei "bild.png.bz2", möchte man die originale Datei erhalten nutzt man die Option "-k":

bzip2 -k bild.png

Zum entpacken nutzt man die selbe Software mit der Option "-d" - also etwa:

bzip2 -d bild.png.bz2


TAR / TAR.BZ2 / TAR.GZ

Das wohl bekannteste Archiv-Format ist nun TAR, die Software kann alleine genutzt werden - kann in diesem Fall jedoch nicht komprimieren oder in Verbindung mit GZIP oder BZIP2 - in diesem Fall wird natürlich auch komprimiert und es können auch mehrere Dateien und Verzeichnisse gepackt werden.

Da Sie natürlich eher dazu tendieren werden komprimierte Archive zu erstellen werde ich auch gleich dazu übergehen, die Syntax von TAR ist etwas üppiger als die bereits genannter Werkzeuge - zum erstellen:

tar -optionen archiv_name.endung datei_1 datei_2

Die ganze Geschichte funktioniert natürlich auch mit Verzeichnissen, als kleines Beispiel um ein per GZIP komprimiertes Archiv zu erstellen:

tar -czf Beispiel.tar.gz Verzeichnis/

In diesem Beispiel wird aus dem Verzeichnis "Verzeichnis" das Archiv "Beispiel.tar.gz" - das originale Verzeichnis bleibt dabei natürlich erhalten. Um nun ein TAR.GZ-Archiv zu entpacken:

tar -xzf Beispiel.tar.gz

Die selbe Geschichte mit einem BZIP2-komprimierten Archiv - zum erstellen:

tar -cjf Beispiel.tar.bz2 Verzeichnis/

und zum entpacken:

tar -xjf Beispiel.tar.bz2


7ZIP: 7ZIP ist hierbei die aktuellste Software um komprimierte Archive zu erstellen und wieder zu entpacken. Die Syntax dieser Software ist um noch etwas abgehobener als die von TAR - 7ZIP hat aber auch die höchste Rate zur Komprimierung.

Beginnen wir mit der einfachsten Variante, ich möchte aus der Datei "Text.pdf" das Archiv "Text.7z" erstellen:

7z a -t7z Text.7z Text.pdf

Möchte ich das Archiv mit einem Passwort schützen nutzt man die Option "-pPasswort" - also etwa:

7z a -t7z -pPasswort Text.7z Text.pdf

wobei man "Passwort" natürlich durch das gewünschte ersetzt. Hierbei wurde jedoch nur die Standard-Komprimierung genutzt, die bisher höchste unterstützte wäre "lzma" die man durch die Option "-m0=LZMA" setzt - hinzu kommt noch die Höhe der Kompression von "0" (niedrig aber schnell) bis "9" (hoch aber langsam) - sie wird durch die Option "-mx=X" gesetzt wobei man das "X" durch die gewünschte Höhe ersetzt, Beispiel:

7z a -t7z -m0=LZMA -mx=9 -md=96m Text.7z Text.pdf

Durch die Option "-md=96m" gibt man die Größe der so genannten Wörterbücher an die zum komprimieren eingesetzt werden. zum Entpacken des Archivs "Text.7z" nutzt man die Option "e" - also etwa:

7z e Text.7z

oder zum Anzeigen des Inhaltes die Option "l" - also:

7z l Text.7z

Atool

Jetzt die Erlösung - es funktioniert selbst auf dem Terminal einfacher - die kleine Software atool die Sie ebenfalls einfach über die Paket-Verwaltung installieren kann alle diese Archive erstellen und entpacken ohne das Sie die Syntax all dieser Werkzeuge kennen müssen. Jedoch kann man natürlich viele spezielle Optionen der einzelnen Werkzeuge nicht nutzen, etwa die Rate zur Kompression und ähnliches ändern - zum erstellen und entpacken der Archive genügt die Software jedoch ohne Probleme.

Die Syntax zum entpacken egal welches Archiv-Formates auch immer lautet:

aunpack x archiv.endung

Also etwa:

aunpack -x dateiname.tar.bz2

Und zum erstellen eines Archivs:

apack -a archiv.endung Verzeichnis/

Also etwa:

apack -a neues_archiv.7z Downloads/

Um den Inhalt eines Archivs anzusehen:

als -l archiv.zip

Mehr Tipps rund um das Terminal finden Sie im Linux Bibel Terminal-Wiki

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